Simbabwes Polizei erzwingt mit Polizeigewalt Demonstrationsverbot

Die Regierung in Simbabwe hat ein Verbot einer Protestkundgebung der Opposition in der Hauptstadt Harare erzwungen. Ein Grossaufgebot an Polizeikräften war im Einsatz.

Augenzeugen berichteten von mehreren Verletzten, nachdem die Polizei mit Tränengas gegen einzelne Demonstrantengruppen vorgegangen war. Aufgerufen zum Protest hatte die Bewegung für Demokratischen Wandel (MDC). Auf das Verbot hin sagte die MDC die Demonstration kurzfristig ab.

Die Gruppierung will Präsident Emmerson Mnangagwa zwingen, die Führung des Landes angesichts der gegenwärtigen schweren Wirtschaftskrise an eine Übergangsregierung zu übergeben. Die Regierung hatte den Protest als illegal bezeichnet und war darin vom obersten Gericht bestätigt worden.

Das Land steht seit Jahren am Rande des Kollapses seiner Infrastruktur. Wegen einer drohenden Nahrungsmittelkrise hat das Welternährungsprogramm (WFP) vor kurzem Alarm geschlagen.

Rund fünf Millionen Menschen in Simbabwe sind demnach als Folgen von Dürre, hohen Lebensmittelpreisen und knappem Saatgut auf Hilfe angewiesen. Das Land war zudem Mitte März vom Zyklon «Idai» heimgesucht worden, der schwere Verwüstungen anrichtete.