Flugscham reist im Schwyzer Koffer noch zurückhaltend mit

Immer häufiger genieren sich Personen wegen ihres Flugverhaltens. Dafür hat sich der neudeutsche Ausdruck «Flugscham» eingebürgert. Trotzdem wollen nur die wenigsten auf eine Reise mit dem Flugzeug verzichten – nicht zuletzt aufgrund der Reisezeit, die sich womöglich um ein Vielfaches verlängern würde, wenn man alternative Möglichkeiten wählen würde. Herr und Frau Schweizer stehen deshalb oft vor einem Dilemma: Einerseits möchten sie schnell und bequem reisen, gleichzeitig aber etwas zum Umweltschutz beitragen. Um ihr Gewissen zu beruhigen, greifen daher immer mehr Passagiere in die Taschen und kompensieren ihren CO2-Ausstoss. Dies geht aus einem Bericht des Kompensationsanbieters MyClimate hervor. Wie Kathrin Dellantonio ausführt, sei bereits bis im Juni 2019 mehr kompensiert worden als im gesamten letzten Jahr. Flüge machen gemäss Angaben von MyClimate 60 Prozent des Gesamtkompensationsvolumens aus.

Kein Wandel spürbar

Dass ein Umdenken in den Köpfen stattfindet und Ferienreisende bereit sind, freiwillige CO2-Abgaben zu leisten oder womöglich ganz auf einen Flug zu verzichten, davon spüren die Reisebüros in unserer Region wenig. Zwar werde das Thema vermehrt angesprochen, jedoch ändere dies nichts am Buchungsverhalten, wie Manfred Spiess, Geschäftsführer bei Alegria Reisen in Lachen, sagt. Für ihn ist klar, dass es weitaus grössere und schädlichere Verursacher für die derzeitige Klimasituation gibt. «Man sucht einfach nach einem Sündenbock.» Stattdessen müssten die Leute so sensibilisiert werden, dass alle mitziehen, und zwar mit «realistischen Lösungsansätzen», betont Spiess. 

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