Beschwerde gegen Linksabbiegeverbot bei der Speerstrasse in Reichenburg

Das Linksabbiegen soll hier schon bald nicht mehr erlaubt und aufgrund von physischen Trennelementen unmöglich sein.

 

Wie angekündigt hat das Bundesamt für Strassen am 2. Juli die Signalisationsänderung an der Kreuzung Speerstrasse–Autobahnzubringer in Reichenburg verfügt. Gemeinde und Bezirk haben nun Beschwerde eingereicht. Beginnt nun ein gerichtliches Hick-Hack um die Verzweigung Speerstrasse-Autobahnzufahrt? Fakt ist, dass die Gemeinde Reichenburg wie auch der Bezirk March vor Kurzem wie angekündigt Beschwerde gegen das vom Bundesamt für Strassen (Astra)
verfügte Linksabbiegeverbot eingereicht haben. 

Lösung zu Lasten der Kinder

«Es geht uns nicht darum, eine
Lösung für die Unfallkreuzung zu verhindern», betont Gemeindepräsident Armin Kistler. Aber das geplante Linksabbiegeverbot sei «unverhältnismässig» und die Auswirkungen auf das Dorf unzumutbar. 

Mit der Astra-Lösung werde das Unfallrisiko zu Lasten der schwächsten Verkehrsteilnehmer – der Kinder – ins Dorf Reichenburg verschoben, was nicht Ziel und Zweck sein könne. Armin Kistler hat die Hoffnung nicht aufgegeben, das Links-
abbiegeverbot zu verhindern. «Wir bringen schliesslich gute Argumente vor», erklärt er auf Anfrage. 

So schlage die Gemeinde in ihrem Schreiben ans Bundesverwaltungsgericht die kostengünstigere Massnahme «Temporeduktion» vor, die gemeinsam mit regelmässigen Polizeikontrollen mit Sicherheit auch zu weniger Unfällen führen würde. Als Endlösung
werde vonseiten der Gemeinde nach wie vor eine definitive Sanierung
des Unfallschwerpunkts angestrebt, namentlich mit der Umsetzung eines Kreisels.

Keine aufschiebende Wirkung?

Obschon das «Problem» ja nicht erst seit gestern besteht, macht das
Astra Dampf. Es schreibt in seiner Verfügung, dass «einer allfälligen Beschwerde die aufschiebende
Wirkung entzogen» werde. Demnach könnte das Astra trotz eingereichter Beschwerde schon demnächst damit beginnen, sein Ziel umzusetzen. Oder doch nicht? Weil Gemeinde und Bezirk in ihren Beschwerden auch die aufschiebende Wirkung
bemängelt haben, könne es sein, dass das Astra trotzdem ein erstes Gerichtsurteil abwarten muss, bevor es mit der Realisierung startet.

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