Bedingte Freiheitsstrafe nach tödlichem Unfall auf Zebrastreifen

Der Chauffeur eines Kleinlastwagens, der in Lausanne zwei junge Menschen auf einem Fussgängerstreifen zu Tode gefahren hat, muss nicht ins Gefängnis. Die Richter verurteilten ihn wegen fahrlässiger Tötung zu einer bedingten Freiheitsstrafe von zwei Jahren.

Zudem sprach das Gericht den 65-Jährigen wegen schwerer Widerhandlungen gegen das Strassenverkehrsgesetz und des Fehlens einer Haftpflichtversicherung schuldig. Der Verurteilte muss den Angehörigen zudem Zehntausende von Franken Schadenersatz und Genugtuung bezahlen.

Die Richter blieben in dem am Donnerstag veröffentlichten Urteil unter dem Antrag des Staatsanwalts. Dieser hatte eine Freiheitsstrafe von 30 Monate gefordert, davon sechs Monate Gefängnis, hauptsächlich wegen fahrlässiger Tötung.

Der Prozess wurde von zahlreichen Angehörigen verfolgt. Der tragische Unfall im April 2017 hatte die Öffentlichkeit in der Region schockiert.

Das Leben eines jungen Paars wurde ausgelöscht. Der 25-jährige Mann und die 22-jährige Frau überquerten an einem frühen Samstagabend vorschriftsgemäss einen Fussgängerstreifen in der Avenue de Rhodanie im Stadteil Vidy.

Der Kleinlastwagen erfasste die beiden, ohne abzubremsen. Der Lenker hatte unmittelbar vorher in seinem Fahrzeug ein vor ihm bremsendes Auto überholt. Das junge Paar verstarb trotz Wiederbelebungsversuchen noch auf der Unfallstelle.