Sexueller Missbrauch in Schwyzer Behinderteneinrichtung

Der Vorfall ereignete sich in einer Wohngruppe der BSZ-Stiftung.

Ein ehemaliger Betreuer der BSZ Stiftung wurde vom Strafgericht wegen mehrfacher sexueller Nötigung und mehrfacher Schändung von mindestens fünf Bewohnern zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt. Der Mann wurde beschuldigt, während rund drei Jahren sechs Personen einer betreuten Wohngemeinschaft mehrfach zu sexuellen Handlungen – von Anfassen der Geschlechtsteile über Oralverkehr bis zu analer Penetration – genötigt zu haben. Vor dem Gericht in Schwyz gab der ehemalige Betreuer zwar zu, mit einem der Opfer fünf Mal Oralverkehr gehabt zu haben, dies jedoch einvernehmlich, die restlichen Vorwürfe stritt er ab. Das Strafgericht schenkte aber den Aussagen der Opfer mehr Glauben. Während zwei Personen sich aufgrund ihrer Beeinträchtigung nicht wehren konnten, hätten sich drei weitere Personen dem beschuldigten gegenüber jeweils geäussert, dass sie diese Handlungen nicht möchten. Als er sich dennoch darüber hinwegsetzte, hätten sich die Opfer «aus Angst nicht weiter zu wehren vermochten, zumal ihnen teilweise entsprechende Konsequenzen angedroht wurden», wie es in der Urteilsbegründung heisst. «Dass sexuelle Handlungen zwischen dem Beschuldigten und einem der Opfer in gegenseitigem Einvernehmen erfolgt sein sollen, schliesst das Gericht aus.»
Es verhängte für den Mann, welcher nicht vorbestraft war, unter anderem eine unbedingte Freiheitsstrafe von sieben Jahren sowie eine Geldstrafe von 20 Tagessätzen à 100 Franken. Den Opfern hat der Beschuldigte ausserdem eine Genugtuung zwischen 2000 und 7000 Franken zu bezahlen. Der ehemalige Betreuer hat aber das am Dienstag eröffnete Urteil bereits angefochten, somit wird der Fall nun ans Kantonsgericht weitergezogen.

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