Syngenta schreibt 2018 wieder einen Gewinn

Der Agrochemiekonzern Syngenta hat 2018 nach einem Verlust im Vorjahr unter dem Strich wieder Geld verdient. Dennoch gibt es einige Herausforderungen. Das hat auch der Besitzer ChemChina eingesehen.

Schlechtes Wetter etwa und Druck auf die Einkommen der Landwirte setzen den Baslern zu. Denn tiefe Preise für Mais, Soja und Co schmälern den Anreiz der Bauern, die besten und teuersten Spritzmittel zu kaufen. Gleichzeitig kosten Forschung und Entwicklung viel Geld; 1,3 Milliarden Dollar hat Syngenta im letzten Jahr dafür aufgewendet.

Und Donald Trumps Handelsstreit trifft die amerikanischen Soja-Bauern. China kauft zwar wieder Soja aus den USA, die Unsicherheit der Farmer bleibe aber hoch, erklärte Syngenta-Finanzchef Mark Patrick am Freitag.

Trotzdem ist Syngenta nach einem kleinen Umsatzrückgang im Vorjahr 2018 wieder gewachsen: Der Konzernumsatz stieg um 7 Prozent auf 13,5 Milliarden Franken. Zu konstanten Wechselkursen betrug das Umsatzplus 9 Prozent.

Im wichtigsten Pfeiler des Unternehmens, dem Pflanzenschutzgeschäft, resultierte ein Umsatzplus von 7 Prozent auf 10,4 Milliarden Dollar. Im Saatgutgeschäft konnte das Unternehmen den Umsatz um 6 Prozent auf 3,0 Milliarden steigern.

Realismus in Peking

Die schwierigen Marktbedingungen dürften nach Ansicht von Syngenta auch 2019 anhalten. Finanzchef Patrick neben den sinkenden Einkommen der Landwirte auf den der regulatorischen Druck in der Europäischen Union. Das Wachstum Syngenta dürfte in diesem Jahr somit nur im unteren einstelligen Bereich liegen.

Dass Syngenta nicht so schnell wächst, wie ChemChina beim Abschluss des 43 Milliarden Dollar schweren Deals erhofft hatte, ist inzwischen auch in Peking angekommen. Syngenta sollte den Umsatz «in den nächsten fünf bis zehn Jahren verdoppeln», erklärte der damalige Verwaltungsratspräsident Ren Jianxin noch im Sommer 2017. Das würde jährliche Wachstumsraten von bis 15 Prozent bedingen.

Der aktuelle Syngenta-Präsident Gaoning Ning sei «sehr zufrieden mit dem, was wir erreicht haben», betonte CFO Patrick. Ren habe seinen Anspruch noch zu einer Zeit formuliert, als man für den Agrarmarkt noch von einem deutlich höheren Wachstum ausgegangen sei. Aber geopolitische Entwicklungen könnten nicht vorausgesagt werden.

Noch ein Wermutstropfen für ChemChina: Syngenta ist nicht mehr die Weltnummer 1 im Geschäft mit Pflanzenschutzmitteln. Diese Position hat seit der Übernahme von Monsanto die deutsche Bayer inne.

Zurück in der Gewinnzone

Was den Syngenta-Besitzer aber freuen dürfte: Unter dem Strich sind die Basler wieder in die schwarzen Zahlen zurückgekehrt. Der Reingewinn belief sich 2018 auf 1,44 Milliarden Dollar. Im Jahr davor hatte Syngenta noch einen Verlust von 98 Millionen ausgewiesen. Verantwortlich für den Fehlbetrag waren teure Rechtsfälle in den USA.

Syngenta stellte seinerzeit gut 1,5 Milliarden Dollar zurück. Amerikanische Farmer hatten Syngenta mit Sammelklagen eingedeckt, weil der Konzern genveränderte Maissaatgut-Sorten in den USA vermarktete, bevor die Einfuhrgenehmigung für diese Produkte aus China vorlag. In der Folge blockierte China den Import von mehreren Millionen Tonnen Mais.