Graubünden mit Abstand am stärksten betroffen

Die Zahl der Grippeerkrankungen in der Schweiz ist in der sechsten Kalenderwoche dieses Jahres weiter stark angestiegen. Die Epidemie erreicht bald die Spitzenwerte der beiden Vorjahre.

Wie aus den am Mittwoch aktualisierten Zahlen des Sentinella-Meldesystems des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) hervorgeht, liegt die Zahl der hochgerechneten Grippefälle mittlerweile bei 310 Fällen pro 100’000 Einwohner. Der Epidemie-Schwellenwert von 68 Fällen auf 100’000 Personen war bereits in der zweiten Januarwoche überschritten worden.

In der vergangenen Woche meldeten 146 Ärztinnen und Ärzte 40,3 Grippeverdachtsfälle pro 1000 Konsultationen. Eine Woche zuvor waren es erst 31,1 Verdachtsfälle gewesen.

In allen Altersklassen ist der Trend nach wie vor ansteigend. Am meisten Grippekranke gibt es in der Kategorie der Kleinkinder von null bis vier Jahren, am zweitmeisten bei den fünf bis 14-Jährigen. Am wenigsten betroffen sind Menschen über 65.

Die Grippe ist im ganzen Land weit verbreitet, wobei die Region Graubünden-Tessin mit Abstand am meisten betroffen ist (609 grippebedingte Konsultationen auf 100’000 Einwohner).

Felix Fleisch, Infektiologe am Kantonsspital Graubünden, bestätigt die Auswertungen: «Aktuell gibt es auch mehrere Fälle, bei denen die Patienten in Spital kommen mussten», sagte er gegenüber Radio Südostschweiz. Weiter rät er Patienten zuhause zu bleiben und die Grippe richtig auszukurieren. Bleibt das Fieber über mehrere Tage, rät Fleisch einen Arzt oder das Spital aufzusuchen. (sda/so)