Kristoffersen überrascht am Chuenisbärgli

Der Norweger Henrik Kristoffersen stellt im ersten Lauf des Weltcup-Riesenslaloms von Adelboden mit Nummer 1 eine Bestzeit auf, die von niemandem geschlagen wird.

Kristoffersen zeigte eine Fahrt nicht ohne Fehler, aber so aggressiv wie der Skandinavier getraute sich kaum einer über das Chuenisbärgli. Und so konnte ihn auf dem vielleicht schwierigsten Riesenslalom-Hang keiner schlagen. Gewonnen ist damit für Kristoffersen noch nichts. Marcel Hirscher, zuletzt im Riesenslalom von Saalbach nur Sechster, lauert als Zweiter mit lediglich 12 Hundertsteln Rückstand.

Der Franzose Alexis Pinturault liegt als Dritter lediglich 18 Hundertstel zurück und dahinter folgen mit dem Deutschen Stefan Luitz, dem Amerikaner Tommy Ford und dem Franzosen Thomas Fanara drei weitere Fahrer innerhalb von einer halben Sekunde.

Kristoffersen schaffte es in der Vergangenheit schon 15 Mal aufs Podium eines Riesenslaloms. Aber nur ein einziges Mal tat er dies als Sieger: im März 2015 in Méribel. Im Slalom gewann er schon 15 Mal. Aber immerhin ist Kristoffersen in seiner zweitbesten Disziplin im Vorwinter Olympia-Zweiter geworden.

Die Schweizer taten sich in ihrem Heimrennen schwer. Als bester seiner Mannschaft klassierte sich Gino Caviezel auf Platz 11. Exakt eine Sekunde verlor der Bündner auf die Bestzeit von Kristoffersen. Caviezel war in diesem Winter schon dreimal in den Top 15 vertreten, aber nie besser als Zwölfter. In Adelboden kann er mit einem starken zweiten Durchgang seinen Karriere-Bestwert im Riesenslalom, Rang 8, verbessern.

Die Hoffnungen auf einen Schweizer Podiumsplatz, wie es ihn in Adelboden letztmals vor elf Jahren gab, dürften bei Halbzeit aber nicht mehr realistisch sein. Loïc Meillard, zuletzt in Saalbach grossartiger Zweiter, war diesmal zu wenig angriffig und zu rund unterwegs, um erneut auftrumpfen zu können. Als Zwölfter verlor er bereits 1,54 Sekunden.

Marco Odermatt blieb gleich zweimal mit dem Arm an einem Tor hängen. Unter diesen Umständen durfte der 21-jährige Nidwaldner seinen 15. Zwischenrang als sehr zufriedenstellend werten. 1,93 beträgt sein Rückstand. Der Bündner Thomas Tumler dagegen schied aus, nachdem er schon im oberen Teil einen zeitraubenden Fehler begangen hatte.