Mehrheit der Firmen erwartet 2019 stabile Wirtschaftsentwicklung

Die Mehrheit der Unternehmen in der Schweiz erwartet für 2019 ein Wirtschaftswachstum in der Schweiz im Rahmen des Vorjahres, nämlich 58 Prozent. Demgegenüber geht rund ein Drittel von einer Abkühlung des Wachstums aus, während 10 Prozent eine Beschleunigung erwarten.

So lautet das Fazit einer Umfrage der Credit Suisse bei 760 Firmenkunden der Bank. Die Einschätzung der Firmen decke sich in etwa mit der bankeigenen und auch der Einschätzung anderer Marktbeobachter, schreibt die Credit Suisse in der am Montag veröffentlichten Studie zur Umfrage.

Befragt nach den Zinserwartungen geht knapp die Hälfte der Unternehmen davon aus, dass die Schweizerische Nationalbank (SNB) spätestens bis Ende 2019 erstmals seit 2007 wieder einen Schritt nach oben machen wird. Die SNB selber hatte zuletzt im Dezember verlauten lassen, dass sie die expansive Geldpolitik und die Leitzinsen vorerst beibehalten werde.

Die SNB hat in dieser Frage wegen der anhaltend lockeren Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) derzeit nur sehr beschränkten Spielraum. Denn würde sie die Zinsen vor der EZB erhöhen, würde dies den Aufwertungsdruck auf den Franken erhöhen, was insbesondere die exportorientierten Industrien und den ebenfalls wichtigen Tourismus belasten würde.

Die Umfrageteilnehmer äusserten sich auch zu ihren Erwartungen hinsichtlich der Wechselkurse. Wie in den Vorjahren geht die Mehrheit nicht davon aus, dass es in Europa zu einem starken Aufschwung und damit zu einem stärkeren Euro kommen wird. Per Ende 2019 liegt die durchschnittliche Erwartung für den Euro bei 1,15 Franken, während die Credit Suisse einen Kurs von 1,20 Franken prognostiziert. Die entsprechende Prognose für den US-Dollar deckt sich mit 0,99 Franken in etwa mit den Erwartungen der Bank.

Firmen budgetieren vorsichtig

Interessant ist der Umstand, dass exportorientierte Unternehmen in ihren Jahresbudgets mit einem deutlich stärkeren Franken rechnen als importorientierte. Damit werde offenbar eine gewisse Sicherheitsmarge einkalkuliert, so die Credit Suisse. Dies sei bereits in den Vorjahren zu beobachten gewesen.

Das grösste Risiko, das nicht von der Geldpolitik bestimmt wird, sehen die Firmenverantwortlichen in der hohen Verschuldung Italiens. Demgegenüber wird den Brexit-Verhandlungen sowie einer sich abzeichnenden Wachstumsverlangsamung in China die geringste Bedeutung zugemessen.

Die hauseigene Prognose der Credit Suisse für die Weltwirtschaft lautet «trotz gewisser Risiken moderat optimistisch». Der Austritt Grossbritanniens aus der EU sollte gemäss der Bank «bei angemessener Abwicklung» für beide Seiten keine gravierenden Folgen haben, und den Handelsstreit zwischen den USA und China sieht die CS durch die Flexibilität Chinas abgefedert.