Ein Leuchtturm in der Sportregion Obersee

«Von Sportler, für Sportler»: Lars Habermacher (weisses Shirt) und Nik Huber.

Professionelle Rundum-Betreuung für Profi- und Leistungssportler, ein Zentrum der Sportwelt am oberen Zürichsee – das ist die Idee der Märchler Nik Huber und Lars Habermacher. 

von Andreas Züger

Welche Leistungssportler haben nach der Karriere keine körperlichen Beschwerden?» Die von Nik Huber gestellte Frage beantwortet er gleich selber. «Fast keine.» Der 36-Jährige weiss, wovon er spricht. Noch heute leidet er an den Folgen, die seine Karriere als Profi-Snowboarder hinterlassen haben. Knie und der Rücken sind arg lädiert. «Ich wäre froh gewesen, hätte ich damals jemanden zur Seite gehabt, der mich beraten hätte, wie ich trainieren muss.» Genau hier wollen Huber und Lars Habermacher ansetzen. Huber, heute vielseitig ausgebildeter Personal-Trainer und Unternehmer. Habermacher, Bewegungswissenschaftler, der schon mit verschiedensten Sportlern zusammengearbeitet hat. Letzterer sagt: «Wenn sich jemand in meinem Training verletzt, habe ich einen groben Fehler gemacht.»

«Es kann ein toller Spirit entstehen»

Die Idee des Duos: In der Region Obersee einen sportlichen Stützpunkt errichten, ein Leuchtturm des Athletik-Trainings. Betreut von Habermacher, soll Profi- und Leistungssportlern sowie ambitionierten Hobby-Athleten zum ordentlichen ein ergänzendes Training geboten werden. «Ein Rundum-Paket», wie es Huber sagt. In einer gut eingerichteten Halle werden Sportler 1:1 oder in einer Gruppe betreut. Athletiktraining, Ernährungsplan, Spiroergometrie und eine ganzjährige Trainingsplanung wie auch Off-Season-Trainings für Einzelsportler und Vereine. Die auf der Website www.atperformance.ch einsehbaren Angebots-Pakete können angepasst werden. «Jeder Sportler, jeder Verein hat andere Bedürfnisse», sagt Habermacher. «Wir setzen auf individuelle Lösungen.» 

Demnach soll auch das geplante Athletik-Studio in Altendorf eingerichtet werden. «In einem ‹normalen› Fitnessstudio bleibt meist kaum ein Quadratmeter frei. Dagegen bietet unser Studio sehr viel Raum. Es wird zum Beispiel eine 30-Meter-Bahn geben, für Sprints, für Sprünge. Da lässt sich bereits viel mehr machen.» Huber und Habermacher setzen auch auf Emotionen. «In einer Gruppe mit ambitionierten Sportlern kann ein toller Spirit entstehen.»

«Sie werden besser»

So gut sich die Idee anhört – gibt es überhaupt eine Nachfrage? Werden Profi- und Leistungssportler nicht schon von Verbänden und Vereinen umfassend betreut? Beide schmunzeln – zu reden beginnt Huber. «Was viele Berufskollegen wie auch ich bei Profisportlern und Vereinen sehen, ist haarsträubend. Da wird manchmal einfach mal drauf los trainiert. Ohne Konzept, ohne Idee. Im Bereich Athletik gibt es so viele Defizite, die wir ausmerzen oder an der Wurzel packen wollen.»  

Für Habermacher ist klar. «Man muss sich nichts vormachen. Profisport ist für den Körper nicht gesund. Also muss man dafür sorgen, dass man das, was man tut, möglichst schonend macht.» Und wieder Huber: «Und die Leistungsfähigkeit wird gesteigert. Das ist genau das, was junge, ambitionierte Sportler wollen: Durch gezielte Betreuung im Bereich, in dem wir arbeiten, werden sie besser.»

Schwierig sei, so das Duo unisono, die Zielgruppe zu überzeugen, dass sie vom Angebot einen echten Mehrwert hat. Trainer und Coaches dazu zu bringen, einen Teil des Trainings in andere Hände zu geben. «Der einzelne Sportler erhält ein sehr umfassendes Angebot. Und das auf hohem, qualitativen Level. Das ist unser Anspruch. Und das für ungefähr 3000 Franken im Jahr. Die Kosten bleiben dank dem Crowdfunding so tief, andernorts kosten ähnliche Angebote das Doppelte. Ich glaube, das ist fair», sagt Huber. 

Finanzierung durch Crowdfunding

Eine Geschäftsidee sei das Projekt nicht. Ziel sei, den Lohn von Habermacher, Studio-Miete und Beschaffung der Geräte – kurz: die Fixkosten – finanzieren zu können. «Gewinn machen kann man damit nicht. Und das ist auch nicht die Idee. Es ist ein Projekt von Sportlern, für Sportler», sagt Huber. Crowdfunding eben. «Es würde uns nichts nützen, wenn wir einen grossen Sponsor hätten. Es muss in der regionalen Sportwelt breit abgestützt sein», sagt Huber. «Und die Angebote müssen auch genutzt werden. Ein leeres Studio nützt niemandem etwas», ergänzt Habermacher.  Das Studio, das als Basis des Projekts «AT Performance» dienen soll, steht noch nicht. «Aber sobald genug Interesse besteht, legen wir los», sagt Huber. «Und dann geht es schnell. Die Pläne sind fertig, innert acht Wochen wäre das Studio betriebsbereit.»