Neun Tote bei Zusammenstössen an der Grenze des Gazastreifens

Die Zahl der bei den Protesten an der Grenze zu Israel getöteten Palästinenser ist am Samstag auf neun gestiegen. Bei den Konfrontationen im Grenzbereich des Gazastreifens am Freitag wurden laut palästinensischen Behördenangaben zudem über 1300 Menschen verletzt.

Unter den Toten seien auch ein 16-Jähriger und ein palästinensischer Journalist, hiess es. Auch Frauen und Kinder seien verletzt worden. Rund 500 Menschen erlitten den Angaben der Gesundheitsbehörde zufolge Schussverletzungen, viele andere klagten über Beschwerden nach dem Einsatz von Tränengas. Auch unter den Verletzten sollen palästinensische Journalisten sein.

Insgesamt kamen seit Karfreitag beim schlimmsten Ausbruch der Gewalt seit 2014 mindestens 31 Palästinenser ums Leben, mehr als 2800 wurden verletzt. Israelische Soldaten schossen nach Armeeangaben gezielt auf palästinensische Rädelsführer. Viele der Getöteten waren nach israelischen Angaben militante Palästinenser.

Nach Angaben der israelischen Armee waren am Freitag rund 20’000 Palästinenser an Protesten und Ausschreitungen entlang der Grenze beteiligt. Sie setzten an vielen Orten Autoreifen in Brand. Es habe zahlreiche Versuche gegeben, im Schutz der Rauchschwaden den Grenzzaun zu beschädigen und Sprengsätze zu legen, teilte die Armee mit.

Israel beschloss am Freitag, die Einfuhr von Autoreifen in das Palästinensergebiet zu unterbinden. Eine für Sonntag vorgesehene Lieferung sei gestrichen worden, sagte der zuständige Beamte im Gazastreifen.

Die Palästinenserproteste sollen noch bis Mitte Mai dauern. Israel feiert am 14. Mai den 70. Jahrestag seiner Staatsgründung. Am gleichen Tag soll die US-Botschaft auf Beschluss von US-Präsident Donald Trump nach Jerusalem umziehen.

Mehr als 700’000 Palästinenser waren im Zuge der israelischen Staatsgründung 1948 vertrieben worden. Sie fordern ein Rückkehrrecht auf ihr enteignetes Land.