Wirtschaft

2,4 Mio. besser als budgetiert

Wie an der gestrigen Medienkonferenz zu vernehmen war, schloss die Rechnung 2009 der Gemeinde Freienbach mit einem Überschuss von rund 1,6 Mio. Fr. oder 2,4 Mio. Fr. besser als budgetiert ab. Eingebrochen sind im laufenden Jahr die Steuereinnahmen der juristischen Personen. Sie lagen rund ein Drittel unter dem Budget.

Von Walter Grämiger


Freienbach. – Der Rechnungsabschluss 2009, Einbürgerungen, die Investitionsbeiträge Zubringer Halten-Schwerzi und Zubringer Wilenstrasse (Fällmistunnel) sowie ein Kreditbegehren Dow-Areal sind die fünf Themen, mit denen sich die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger der Gemeinde Freienbach an der Gemeindeversammlung vom 16. April zu befassen haben. Der Versand der Botschaft mit detaillierten Angaben zu den einzelnen Geschäften wird am 26. März erfolgen.
Auf den ersten Blick reiht sich der Jahresabschluss 2009 als unspektakulärer Abschluss in eine Serie guter Abschlüsse ein. Doch der Schein trügt. Laut Gemeinderätin Claudia Räber, Vorsteherin des Ressorts Finanzen der Gemeinde Freienbach, hätten die Zahlen im vergangenen Herbst kein erfreuliches Bild gezeigt. «Erst ganz zum Schluss des Jahres 2009 erhellten sich die düsteren Prognosen zunehmend, und aus dem befürchteten Defizit wurde noch ein positives Rechnungs-ergebnis», konstatierte eine zufriedene Ressortvorsteherin. «Mit Fug und Recht kann man sagen, dass die Gemeinde Freienbach mit einem blauen Auge aus der Finanzkrise davongekommen ist.»


Steuern mit Abweichungen
Bei genauer Betrachtung der Jahresrechnung fällt auf, dass die Gemeinde im Bereich Steuern mit grossen Abweichungen zu kämpfen hatte. «Es war nicht der Bereich Steuern, der zu diesem positiven Rechnungsabschluss geführt hat, sondern andere Bereiche, die insgesamt ein um 3,6 Mio. Fr. besseres Ergebnis erzielten», so Räber. Der Einbruch um 4 Mio. Fr. im laufenden Jahr bei den Steuern der juristischen Personen konnte laut Räber einmal mehr und zum grossen Teil durch Steuern der Vorjahre wettgemacht werden – (natürliche Personen + 3,2 Mio. Franken, juristische Personen +0,4 Mio. Franken). Die Steuerkraft pro Einwohner sank auf 4566 Fr. gegenüber dem
Vorjahr mit 5314 Franken. «Dies wird sich voraussichtlich 2011 mit einem tieferen Beitrag der Gemeinde Freienbach an den Finanzausgleich auswirken», erklärte Claudia Räber gestern.


Verkehrsoptimierung Höfe
Die Verkehrsoptimierung Höfe ist ein Gesamtkonzept für eine nachhaltige Entwicklung der Region Höfe. Laut Gemeinderat Andreas Beglinger, der die beiden Geschäfte vorstellte, sollen mit der Verkehrsoptimierung in partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit dem Bund, dem Kanton und der
Gemeinde Wollerau die Ziele erreicht werden, die der Gemeinderat Freienbach in den Grundsätzen seiner Siedlungs- und Verkehrspolitik in den Jahren 2000 bis 2004 erarbeitet hat. «Dazu gehören die Verbesserung des öffentlichen Verkehrs, eine nachhaltige Entlastung der Dorfzentren, direkte Verbindungen auf das übergeordnete Strassennetz, die Erhöhung der Verkehrssicherheit und schliesslich die
Verbesserung des Langsamverkehrs», erklärte Beglinger.


Zubringer Wilenstrasse
Der Bund hat laut Beglinger beschlossen, den Anschluss Wollerau aus Sicherheitsgründen (Blatttunnel) nach Osten zu verschieben. Wegen der grossen Auswirkung dieses
Geschäfts auf die gesamte Verkehrsoptimierung Höfe, habe der Gemeinderat entschieden, es der Urnenabstimmung zu unterbreiten. Der Gemeinderat beantragt in einer zweiten Phase einen Investitionsbeitrag von 116 000 Fr. plus Teuerung
ab März 2009. Das sind 5,2 Prozent der Gesamtplanungskosten.
«Damit der Vollanschluss Halten sofort nach Verlegung des Anschlusses Wollerau in Angriff genommen werden kann, muss die Projektierung jetzt beginnen», so die Ansicht des Gemeinderats Freienbach. Der Vollanschluss Halten wird durch den Bund realisiert. Mit einem entsprechenden Zubringer werden laut Beglinger drei Ziele erreicht. Zum einen die Entlastung von Wilen, zum anderen eine Verkehrs-
reduzierung der Schindellegistrasse, und schliesslich kann damit eine optimale Anbindung des Industriegebiets Schwerzi an die A3 erreicht werden. Daher beantragt der Gemeinderat für die Erarbeitung des Vorprojekts für einen Zubringer Schwerzi zum Vollanschluss Halten einen Investitionsbeitrag von brutto 500 000 Fr. plus auflaufende Teuerung seit 1. Januar 2010.


Vom Gwatt ins Dow-Areal
Seit 1988 befinden sich Entsorgung, der Gemeindewerkhof und der Feuerwehrstützpunkt im Gwatt. Alle Bereiche sind gewachsen, so dass der Standort nicht mehr den heutigen Anforderungen entspricht. Die drei Bereiche sollen entflochten werden. Auf dem ehemaligen Dow-Areal im Industriegebiet Schwerzi in Freienbach bietet sich laut Gemeinderat Werner Herrmann, Vorsteher des Ressorts Liegenschaften und Sicherheit, die Möglichkeit, zwei Hallen zu mieten und somit den Werkhof und die Entsorgung ideal unterzubringen. Der Feuerwehrstützpunkt bleibt am Standort Gwatt und erhält durch die geplante Verlegung langfristig mehr Platz. «Die Miete der beiden Hallen im Industriegebiet Schwerzi ist für 30 Jahre fest, mit Option einer Verlängerung», erklärte Herrmann. «Zudem könnte eine Halle so umgenutzt werden, dass genügend Räumlichkeiten für Kunstschaffende zur Verfügung gestellt werden könnten.» Fast ein Dutzend Künstler hätten bislang ihr Interesse angemeldet. Für die Miete der beiden Hallen müssen 370 000 Fr. pro Jahr aufgewendet werden. Für die einmaligen Kosten für deren Umnutzung beantragt der Gemeinderat Freienbach einen Kredit in Höhe von 7,4 Mio. Franken.

 

10.3.2010 / 10:14 / hoefner.ch
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