Nicht verschwenderisch sein
Von Claudia Hiestand
Wollerau. – Politik- und Sportbegeisterte standen am Mittwochabend vor der Qual der Wahl: die Gemeindeversammlung Wollerau besuchen oder sich am Fernseher das Champions-League-Spiel FC Basel gegen Manchester United ansehen? Wer seine Bürgerpflicht wahrnahm, wurde für seine Gewissenhaftigkeit belohnt. Die Gemeindeversammlung dauerte gerade mal eine Stunde, sodass alle Fussballverrückten doch noch mitverfolgen konnten, wie der FCB seinen 2:1-Sieg ins Trockene brachte.
Doch nun zum eigentlichen Geschehen, dass sich in der Mehrzweckhalle Riedmatt in Wollerau abspielte. Vor gerade mal knapp 50 Stimmberechtigten und einer Handvoll Interessierten aus den umliegenden Gemeinden präsentierte Säckelmeister Alfred Böni das Budget für das Jahr 2012. Auf seine Ausführungen folgte keine einzige Wortmeldung, sodass Gemeindepräsident Ueli Metzger der Versammlung die Genehmigung der Nachkredite der laufenden Rechnung 2011 sowie des Voranschlags 2012 unterbreiten konnte. Die Anwesenden stimmten beiden Anträgen einstimmig zu.
Total 63,9 Millionen gezahlt
Die finanzielle Ausgangslage Woller-aus sei gut, sagte Böni im Rahmen seiner Präsentation. Doch dies dürfe nicht dazu verlocken, verschwenderisch zu sein. Vor allem deshalb nicht, weil der Kanton beabsichtige, immer mehr Aufgaben auf die Gemeinden abzuwälzen. Zudem weise Wollerau ein jährliches Ausgabenwachstum auf. «Diese Ausgabenentwicklung müssen wir gut im Auge behalten», so Böni.
Der Voranschlag 2012 rechnet mit einem Ertrag in der Höhe von rund 35,5 Mio. Fr. und einem Aufwand in der Höhe von rund 40,3 Mio. Franken. Daraus resultiert ein Aufwandüberschuss in der Höhe von rund 4,8 Mio. Franken. «Der echte Aufwandüberschuss beträgt jedoch nur noch 700 000 Franken», so Böni. «Dies angesichts der zusätzlichen Abschreibungen in der Höhe von 2,8 Mio. Fr. und des höheren Netto-Finanzausgleichs von 1,3 Mio. Franken.»
Die Nettoinvestitionen für das Jahr 2012 belaufen sich auf rund 7,4 Mio. Franken, wobei diese um 2,6 Mio. Fr. tiefer ausfallen werden, da die Woller-auerinnen und Wollerauer Stimmberechtigten kürzlich das Sachgeschäft zum Erwerb und Erhalt des Neuhaus-Saals abgelehnt haben. Das Eigen-
kapital beläuft sich per Ende 2012 auf 30 Mio. Franken. Nächstes Jahr hat Wollerau 13,9 Mio. Franken in den
innerkantonalen Finanzausgleichstopf zu zahlen. Ein Teil davon, nämlich 4,8 Mio. Fr., wird bereits zulasten der Rechnung 2011 verbucht. Rechnet man das Jahr 2012 mit ein, hat Wol-
lerau seit 2002 insgesamt 63,9 Mio. Fr. in den Finanzausgleich gezahlt.
Besserer Abschluss für 2011
Laut Böni zeigen die Hochrechnungen, dass die Rechnung 2011 besser schliessen wird als erwartet. Der Aufwandüberschuss wird statt 13,6 Mio. Fr. um 5,3 Mio. Fr. tiefer ausfallen,
also noch 8,3 Mio. Fr. betragen. Die Nachkredite für die laufende Rechnung 2011 betragen 7,6 Mio. Franken.
Im Jahr 2012 finden die Gemeindeversammlungen der Gemeinde Wollerau an folgenden Daten statt: 11. April, 10. Oktober (nur bei Bedarf) und 5. Dezember.



