Auch in Vorderthal gibts Eiszeit
Von Hans-Ruedi Rüegsegger
Vorderthal. – Gut 20 Vorderthalerinnen und Vorderthaler fanden sich am Freitag zur Gemeindeversammlung in Vorderthal ein. Zum letzten Mal präsentierte Säckelmeister Hans Züger ein Gemeindebudget: Er wird sich im Frühjahr nicht mehr zur Wahl stellen. Das Budget 2012 sieht bei einem Steuerfuss von 120?Prozent ein Defizit von rund 375 000 Fr. vor. Dies sei aber verkraftbar, da die effektiven Rechnungsergebnisse sich immer leicht besser präsentieren als budgetiert, sagte Züger. Er geht davon aus, dass die Rechnung für das Jahr 2011 um rund 160 000 Fr. besser ausfällt, als es das Budget vorsieht. Der Finanzplan sieht für die kommenden vier Jahre Aufwandüberschüsse von 350 000 bis 480 000 Fr. vor. In der Annahme, dass der Finanzausgleich in den kommenden Jahren etwa gleich ausfalle wie heute, könnten die Defizite beim vorhandenen Eigenkapital von 2,1 Mio. Fr. bis Ende 2014 ohne Steuererhöhung aufgefangen werden.
Die Versammlung genehmigte das Budget einstimmig. Ebenso Nachkredite von 181 000 Franken. Darin enthalten sind Kosten für einen Bauverwalter, der im Mandatsverhältnis angestellt wird. «Grössere, komplexe Vorhaben brauchen professionelle Unterstützung», begründete Gemeindepräsident Pius Kistler dieses Mandat.
Zwei Demissionen
Pius Kistler informierte die Versammlung über die geplante Reduktion des Gemeinderates von heute neun auf sieben Mitglieder. Er begründete diesen Schritt mit dem Umstand, dass das Vormundschaftswesen kantonalisiert wird. Zudem sei es immer schwierig gewesen, genügend Mitglieder für den Gemeinderat zu finden. Die Reduktion sollte aber nur im Rahmen von natürlichen Abgängen realisiert werden. Dies ist nun der Fall: Auf Ende der laufenden Amtsperiode tritt neben Säckelmeister Hans Züger auch Bernhard Diethelm aus dem Gemeinderat zurück.
Zusammen mit der Reduktion des Gemeinderates soll die Behördenentschädigung moderat angepasst werden. Der Gemeindepräsident sieht darin eine Aufwertung des Gemeinderatsamtes.
Die Versammlung überwies die Vorlage an die Urne. Ebenso das neue Reglement für die Siedlungsentwässerung. Dieses sieht vor, dass künftig die Kosten nicht mehr nach dem Schätzwert einer Liegenschaft, sondern nach der Gebäudekubatur und einem sogenannten Bewohnerwert bemessen werden. Als Drittes überwiesen die anwesenden Stimmberechtigten
einen Kredit von 475 000 Fr. für den Ersatz der Fernsteuerungsanlage der Wasserversorgung Vorderthal an die Urne. Abgestimmt wird am 11. März.
Eisfeld bei der Aubrighalle
Auf dem Hartplatz vor dem Mehrzweckgebäude soll dieser Tage ein Natureisfeld entstehen – wenn es genügend kalt ist. Wie Gemeindepräsident Pius Kistler betonte, sollen dadurch keine Anlässe in der Aubrighalle behindert werden. Darum wird das Eisfeld nur bis etwa am 20. Januar bestehen bleiben. Zudem werden die Benützungszeiten geregelt werden, damit die Nachbarschaft nicht übermässig gestört wird. «Das Eisfeld ist in erster Linie für die Einheimischen», so Kistler.



