Vermischtes

«Das war nur ein Einzelfall»

Sowohl in Wollerau als auch im Bezirk March sind Alkohol- und Drogenprävention ein Dauerthema.
Sowohl in Wollerau als auch im Bezirk March sind Alkohol- und Drogenprävention ein Dauerthema.
Dass Jugendliche vermehrt durch Rauschtrinken auf sich aufmerksam machen, ist bekannt. Dass sie jedoch angetrunken zum Schulunterricht erscheinen schon weniger.

Von Walter Grämiger

Wollerau. – Suchtprävention ist im Kanton Schwyz ein brennendes Thema (wir berichteten). Behörden und Lehrerschaft sind im Besonderen auf Drogen- und Alkoholprobleme sensibilisiert. Rick Bachmann, Schulleiter der Sek eins Höfe in Wollerau, bestätigt auf Anfrage, dass in Wollerau vor den Frühlingsferien zwei jugendliche Schulabgänger betrunken zum Unterricht erschienen sind. Er betonte aber, dass es sich bei dem unrühm­lichen Zwischenfall um einen Einzelfall gehandelt habe.
 

Lehrer hat sofort reagiert
«Im besagten Fall hat der Klassen­lehrer mit den Eltern Kontakt auf­genommen und auf diesem Weg die Angelegenheit geklärt», so Bachmann. «Das Problem Jugendalkohol begleitet uns in unseren Präventionsbemühungen fast täglich, und wir schauen sehr genau hin», versichert Bachmann und betont, dass ausserhalb der Schule die Verantwortung bei den Erziehungsberechtigten liege. Bachmann: «Sie sind gefordert, ihre Sprösslinge zu beobachten und die Erziehungsarbeit konsequent zu leisten.» Vor allem am Ende des letz­ten Schuljahres wird an privaten Abschlussfeiern öfters zuviel gebechert, stellt der Schulleiter der Sek eins Höfe in Wollerau immer wieder fest. «Bei schulischen Anlässen werden die Schülerinnen und Schüler rigoros kontrolliert. So werden keine alkoholisierten Jugendliche eingelassen, und die Schüler dürfen das Areal während dem Anlass nicht verlassen.» Zudem würden die Eltern über die Eckdaten jeder Feier informiert.
Auch im Bezirk March wurde laut dem Gesamtschulleiter der Sek eins March, Alois Schnellmann, schon im Einzelfall das Angetrunkensein oder das Mitführen von Alkohol bemerkt. «In solchen Fällen werden die Eltern informiert und in ihre Pflicht genommen. Wir verweisen die Familien auf den Sozialpsychiatrischen Dienst, der auch die Suchtberatung beinhaltet», so Schnellmann weiter.
 

Immer mehr gebrannte Wasser
Rick Bachmann stellt fest, dass sich das Freizeitverhalten in den letzten Jahren massiv verändert hat. So greifen die Jugendlichen vermehrt zu gebrannten Wassern. «Diese Tatsache ist für mich beängstigend.» Die Jugend und das Heranwachsen sei eine Zeit, die eine Vielzahl von Veränderungen und neuen Aufgaben mit sich bringe. «Jugendliche reagieren auf diese Herausforderungen ganz unterschiedlich», ist Bachmann überzeugt. Der gleichen Meinung ist auch Schnellmann: «Der problematische Alkoholkonsum zeigt sich in der Freizeit der Jugendlichen. Die Schule ist daher nur in einzelnen gravierenden Fällen über den Konsum informiert und indirekt betroffen.»
 

Alkohol auch in der March Thema
An der Sek eins March werden alle Eltern mit der Informationsbroschüre unter dem Titel «Gesund leben – gesund bleiben» auf die Problematik Alkohol – Tabak – Drogen hingewiesen und auf ihre Verantwortung aufmerksam gemacht. Inwiefern die Informa­tion und Prävention Wirkung zeigt, ist laut Schnellmann – wie immer in der Prävention – schwierig zu beantworten. An den Bezirksschulen wird, so Schnellmann, Prävention von der ersten bis dritten Oberstufe im Allgemeinen betrieben. Im Rahmen des offiziellen Lehrplans gehört die Auf­-klärung über die einzelnen Suchtmit­-tel in den regulären Unterricht. «Der Alkoholkonsum im Bezirk March bleibt Dauerthema. Künftig geht es darum, welche Haltung die Erwachsenen gegenüber den Jugendlichen einnehmen, auf politischer Ebene, von den Eltern, der Schule, aber ganz klar auch im Gastgewerbe und Verkauf», so Schnellmann. Es brauche auf breiter Ebene einen Konsens darüber, wie der Jugendschutz sowohl umgesetzt wie auch durchgeführt werden kann.
 

1.7.2010 / 22:52 / hoefner.ch
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