Politik
Illegale Waffen mehrheitlich in der Hand von Schweizern
Im Kanton Schwyz wurden im letzten Jahr 56 Personen wegen Verstosses gegen das Waffengesetz angezeigt. Bild Bilderbox
Im Rahmen ihrer allgemeinen Kontrolltätigkeit überprüft die Kantonspolizei Schwyz auch, ob Personen illegale Waffen bei sich tragen. Sie stellt dabei fest, dass die Mehrheit der verzeigten Personen Schweizer sind.
Von Stefan Grüter
Schwyz. – Die Kantonspolizei Schwyz führt täglich Kontrollen durch, bei denen unter anderem die Einhaltung der Vorschriften des Waffengesetzes überprüft wird. «Sie hat im Jahr 2011 471 Waffenerwerbsscheingesuche (Vorjahr 437) bewilligt. Im gleichen Jahr hat sie 24 Waffentragscheine (22) und 47 Feuer-
waffenpässe (52) ausgestellt. Im Jahr 2011 wurden 56 Personen (44) wegen Verstosses gegen das Waffengesetz angezeigt. Die Zahlen variieren von Jahr zu Jahr ohne klar erkennbare Tendenz. Zunahmen beziehungsweise Abnahmen sind nicht eindeutig zu interpretieren», schreibt dazu die Schwyzer Regierung.
Wöchentlich Meldungen
Der Regierungsrat wurde gefordert, weil Kantonsrat Max Helbling (SVP, Steinerberg) in diesem Zusammenhang verschiedene Fragen an die Regierung richtete. Man könne beinahe im Wochentakt in den Zeitungen Meldungen lesen, wonach vor allem ausländische Staatsangehörige, die nach aktuellem Waffenrecht keinerlei Waffen besitzen dürfen, damit kriminelle Taten begehen. «Der versprochene
Sicherheitsgewinn durch das Schengen-Abkommen war augenscheinlich ein kompletter Trugschluss», folgerte Helbling.
Zahlen schwanken von Jahr zu Jahr
In der Anzeigenstatistik werden laut Polizei Personen erfasst, «die beschuldigt werden, in irgendeiner Art gegen das Waffengesetz verstossen zu haben, weil sie ohne Berechtigung Waffen, wesentliche oder besonders konstruierte Waffenbestandteile, Waffenzubehör, Munition oder Munitionsbestandteile angeboten, übertragen, vermittelt, erworben, besessen, hergestellt, abgeändert, umgebaut, getragen, in einen Schengen-Staat ausgeführt oder in das Schweizer Staatsgebiet verbracht haben». Bei der Mehrheit der verzeigten Personen handelt es sich laut Regierungsrat um Schweizer, «wobei auch diese Zahl von Jahr zu Jahr schwankt». Herbeigezogen werden hier die Schweizer Zahlen: Im Jahr 2011 wurden 2507 Personen (Vorjahr 2568) beschuldigt, in irgendeiner Form gegen das Waffengesetz verstossen zu haben. Davon wiesen 1243 Personen (1196) eine ausländische Nationalität auf. Eine detaillierte Statistik über die Herkunftsländer der Ausländer gibt es nicht.
«Existierende Dunkelziffer»
In der Antwort auf die Interpellation von Max Helbling weist die Regierung jedoch darauf hin, dass «man von
einer existierenden Dunkelziffer ausgeht». Steigende Zahlen können auf eine Zunahme von Delikten zurückzuführen sein oder aber auch auf eine effizientere Kontrolle der Polizei bei absolut gleichbleibenden oder gar abnehmenden Fallzahlen. Unklar bleibe zudem, wie weit Waffen illegal aus dem Ausland eingeführt werden oder wie weit Waffen illegal im Inland erworben werden. «Eine Statistik über illegalen Waffenbesitz existiert in der Schweiz nicht.»
Auch in der Schweiz sei der illegale Waffenbesitz ein altes Problem. Die kriminalpolizeiliche Anzeigenstatistik vermöge das wahre Ausmass «wohl nur unzureichend wiederzugeben», so der Regierungsrat. «Inwiefern sich der illegale Waffenbesitz durch das Schengener Übereinkommen verändert hat, bleibt unklar.»
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