Widersprüchliche Aussagen der Horger Angeklagten vor Gericht
Zürich. – Am Vormittag des ersten Prozesstages wurde die 36-jährige Frau befragt, welcher vorgeworfen wird, im Dezember 2007 in Horgen ihre siebenjährigen Zwillinge getötet zu haben. «Ich habe meine Kinder nicht umgebracht», wies sie kategorisch jegliche Schuld von sich.
Noch in der Untersuchung hatte sie eingeräumt, sich über ihre Unschuld nicht sicher zu sein. Sie könne sich einfach nicht erinnern. Jetzt, vor Gericht, gab sie sich überzeugt von ihrer Unschuld. Sie könne sich aber vorstellen, dass ihr - inzwischen geschiedener - Mann und Vater der Kinder die Tat verübt habe.
Er habe wohl von ihren beiden ausserehelichen Beziehungen gewusst und sie bestrafen wollen. Ausserdem hätte er wohl befürchtet, bei einer Trennung zahlen zu müssen. Und «Geld war ihm wichtiger als seine Familie», sagte sie.
Die Angeklagte bemühte sich, ihren Ex-Mann in einem möglichst schlechten Licht erscheinen zu lassen. Immer wieder fielen bei den Aussagen Widersprüche auf. So sagte die Angeklagte, sie und ihr Mann hätten häufig über Geld gestritten - um in einem anderen Augenblick zu sagen, ihr Mann sei Streitereien so weit als möglich aus dem Weg gegangen.
Schliesslich berichtete sie von zahlreichen Ungereimtheiten und eigenartigen Begegnungen, so dass die Zuhörenden den Eindruck erhielten, bei der Frau vermischten sich Realität, Fantasie und Träume zu einem heillosen Wirrwarr.
Die Anklage wirft der Frau vor, in der Nacht zum 24. Dezember 2007 ihre beiden Kindern in deren Betten erstickt zu haben. Anschliessend habe sie einen Einbruch vorgetäuscht. Seit der Tat sitzt die Frau im Gefängnis. Ihr Mann, der auch in Untersuchungshaft war, wurde wieder auf freien Fuss gesetzt. (sda)



