Drei weitere nordirische Terrorgruppen legen Waffen nieder
Belfast. – Martin McMonagle von der Irisch-Republikanischen Sozialistischen Partei, dem politischen Arm der Irish National Liberation Army (INLA), sagte auf einer Pressekonferenz in Belfast, alle Waffen seien unter Kontrolle der Unabhängigen Internationalen Kommission zur Entwaffnung (IICD) entsorgt worden.
Die 1997 gegründete, mit der Abrüstung paramilitärischer Gruppen betraute Kommission soll am Dienstag offiziell aufgelöst werden. Danach drohen Paramilitärs für den Besitz von Waffen strafrechtliche Verfolgungen und Gefängnisstrafen.
Die 1975 gegründete INLA verübte unter anderem 1979 ein tödliches Attentat auf Airey Neave, einen engen Berater der damaligen Premierministerin Margaret Thatcher. Insgesamt wird die Miliz für den Tod von 147 Menschen bis zum Jahr 2001 verantwortlich gemacht.
Auch die kleinere Official IRA (OIRA) teilte mit, die Entwaffnung abgeschlossen zu haben. Der Abspaltung der katholischen Untergrundorganisation Irisch-Republikanische Armee (IRA) werden 55 Morde zur Last gelegt.
Grossbritanniens Premierminister Gordon Brown sagte in London, dass nun auch der letzte Ableger der protestantischen Ulster Defence Association (UDA) waffenfrei sei. Die South-East Antrim UDA ist eine von sechs paramilitärischen Brigaden der pro-britischen Untergrundorganisation.
In Nordirland kämpften pro-irische Katholiken und pro-britische Protestanten Jahrzehnte lang gegeneinander. In dem Konflikt starben mehr als 3500 Menschen. (sda)


