Wirtschaft

Entwicklung gemeinsam angehen

Das Bild der Regionalstadt Obersee stellt die wesentlichen Raumstrukturen und die funktionale Gliederung der Agglo Obersee akzentuiert dar. 	Grafik zvg
Das Bild der Regionalstadt Obersee stellt die wesentlichen Raumstrukturen und die funktionale Gliederung der Agglo Obersee akzentuiert dar. Grafik zvg
Der Verein Agglo Obersee überreicht demnächst dem Bund das Agglomerationsprogramm der zweiten Generation. Mit dem Programm werden Visionen zur zukünftigen Entwicklung einer Region geschaffen.

Von André Bissegger

 
Pfäffikon. – Die Region rund um den Obersee steht vor grossen Herausforderungen. Die Bevölkerung wächst stetig, der Verkehr nimmt zu, und der Druck auf die Landschaft erhöht sich – alles Probleme, die nur überregional und über die Gemeinde- und Kantonsgrenzen hinaus gelöst werden können. Der Verein Agglo Obersee hat auf die neuen Herausforderungen reagiert und das Agglomerationsprogramm der zweiten Generation in Zusammenarbeit mit externen Planungsbüros und der Hochschule für Technik HSR erstellt. Das neue Programm baut auf dem ersten Programm aus dem Jahr 2007 auf und wird Ende Juni beim Bund eingereicht. Der Bund wird das Programm prüfen und bis Ende 2013 seine Prüfungsberichte vorlegen. Wird das Programm akzeptiert, unterstützt der Bund die geplanten Massnahmen finanziell. Bis erste Massnahmen allerdings konkret umgesetzt werden können, müssen diese noch die politischen Mühlen durchlaufen, und die Bevölkerung muss darüber abstimmen.
 
Regionalstadt Obersee
Zentraler Inhalt des Programms ist das Bild der Regionalstadt Obersee (siehe Grafik). Dieses Zukunftsbild soll als Leitstern dienen, an dem sich die zukünftigen Handlungen ausrichten sollen.
Wie Ueli Strauss vom Vorstand der Agglo Obersee an der gestrigen Präsentation erklärte, sieht der Verein die wichtigsten Herausforderungen im Bereich Siedlung, Verkehr und Landschaft. «Diese Bereiche gehören zusammen und müssen gemeinsam aufeinander abgestimmt werden», betonte er. Deshalb hat man für diese Bereiche Teilstrategien ausgearbeitet und daraus Massnahmen abgeleitet. So plant man beispielsweise im Bereich Siedlung eine Siedlungsentwicklung nach innen, was bedeutet, dass die Entwicklung innerhalb der bestehenden Bauzonen geschehen soll. Werden neue Flächen eingezont, müssen als Ersatz andere Flächen wieder ausgezont werden. Zudem sollen Siedlungsbegrenzungslinien die Natur schützen. «Die Landschaft soll erhalten bleiben, denn sie ist auch 
einer unserer Standortfaktoren.»
 
Klares Bekenntnis zur Stadtbahn
Für den Bereich öV, motorisierter Individualverkehr und rollender Langsamverkehr hat man insgesamt 25 Massnahmen formuliert, darunter auch den Doppelspurausbau der SOB oder die Stadtbahn Obersee. Diese würde im 30-Minuten-Takt – abgestimmt auf den SBB-Fahrplan – die Gemeinden am Obersee verbinden. Weiter sollen unter anderem die Ortskerne entlastet und die Netze für den rollenden Langsamverkehr aufgewertet werden. Eine grosse Herausforderung ist dabei der Seedamm, bei dem man bis ins Jahr 2030 mit einer Verkehrszunahme von rund 21 Prozent rechnet, die Kapazität für den motorisierten Individualverkehr jedoch nicht erhöhen kann oder will. «Ein Teil des Verkehrs muss auf den öV umsteigen. Das wird ein schweres Unterfangen», ist Hubert Rüegg, Gemeindepräsident von Dürnten, überzeugt.
 
Neuer Präsident
Während knapp zwei Jahren amtete der Freienbacher Gemeindepräsident Kurt Zurbuchen auch als Präsident des Vereins Agglo Obersee. Zurbuchen beendet per Ende Monat seine Amtszeit als Gemeindepräsident, entsprechend legte er auch sein Amt als Vereinspräsident nieder. Sein Nachfolger ist Erich Zoller, Stadtpräsident von Rapperswil-Jona.
 
Verein Agglo Obersee
Der Verein Agglo Obersee besteht aus den Gemeinden Altendorf, Feusisberg, Freienbach, Lachen, Wollerau, Eschenbach, Rapperswil-Jona, Schmerikon, Uznach, Bubikon, Dürnten, Richterswil und Rüti. Die Agglo Obersee ist Teil des Metropolitanraums Zürich, der dynamisch wächst. Damit ist sie mit verschiedensten Herausforderungen in den Bereichen Siedlungs- und Verkehrsentwicklung sowie dem Erhalt der Landschaft konfrontiert. Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.aggloobersee.ch.
 
27.6.2012 / 23:09 / hoefner.ch
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