Krim: Sicherheitskräfte sprechen von Terrorakt in Schule

Bei der Explosion in einer Schule auf der Halbinsel Krim soll nach Angaben der Behörden eine Bombe hochgegangen sein, die mit Metallteilen gefüllt war. Die Regierung der von Russland annektierten Halbinsel hat einen Schüler als Urheber des Anschlags genannt.

Der Schüler habe Suizid begangen, sagte Regierungschef Sergej Aksjonow am Mittwoch. Bombenspezialisten suchten den Tatort nach den Gegenständen ab, teilte das Staatliche Ermittlungskomitee mit.

Der Krim-Regierungschef Sergej Aksjonow sprach am Nachmittag von 18 Toten, wie die Agentur Interfax meldete. Bei den Toten soll es sich vor allem um Jugendliche handeln, die sich zum Zeitpunkt der Explosion in der Kantine der Schule aufhielten. Insgesamt seien mehr als 50 Menschen verletzt worden.

Die Schuldirektorin Olga Grebennikowa sprach zuvor davon, dass vor der Explosion in dem Gebäude auch geschossen worden sei. Sie hatte die Schule kurz vor dem Vorfall verlassen. Im Internet kursierte ein Video, wie die erschütterte Frau dem Bildungsministerium der Krim telefonisch Bericht erstattet über das, was sie erfahren hat.

Auch der Schulleiter berichtete von einem Selbstmordanschlag. Es seien zahlreiche Kinder ums Leben gekommen. Er sagte am Mittwoch im örtlichen Fernsehen, ein Angreifer habe sich im Inneren der Schule in die Luft gesprengt. Bewaffnete Männer seien zudem durch die Räume gegangen und hätten jeden erschossen, den sie finden könnten. «Überall liegen die Leichen von Kindern», sagte er. Auch Angestellte der Schule seien unter den Opfern.

Keine Gasleitung in die Schule

In ersten Berichten waren die örtlichen Behörden von einer Gasexplosion ausgegangen. Später sprach das Nationale Anti-Terror-Komitee Russlands (NAK) aber von der Explosion eines unbekannten Sprengsatzes. Der örtliche Gasversorger auf der Krim teilte mit, die Berufsschule habe keinen Gasanschluss.

Kertsch liegt ganz im Osten der ukrainischen Halbinsel Krim, die Russland sich 2014 einverleibt hat. Von dort führen eine Fährverbindung und seit diesem Jahr auch eine Brücke auf das russische Festland.

Beim letzten grossen Terroranschlag in Russland im April 2017 waren in der U-Bahn von St. Petersburg 14 Menschen getötet und mehr als 50 verletzt worden.