Ruag trotz Umsatzplus mit Gewinnknick im Halbjahr

Die Schliessung des Standortes am Flughafen Bern-Belp sowie Kosten für einer neuen Produktion in Ungarn belasteten die Rechnung des Industrie- und Rüstungskonzerns Ruag.

Trotz mehr Umsatz musste das bundeseigene Unternehmen im ersten Halbjahr einen Gewinneinbruch hinnehmen.

Während der Umsatz um 1,2 Prozent auf 953 Millionen Franken kletterte, sank der operative Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) um 24 Prozent auf 41 Millionen. Der Reingewinn sackte gar um 35 Prozent auf 27 Millionen ab, teilte der Konzern am Donnerstag in einem Communiqué mit.

Gewachsen ist Ruag in erster Linie dank Fremdwährungseffekte. Diese steuerten 25 Millionen Franken zum Umsatz bei. Einen positiven Einfluss hatten auch Zukäufe von anderen Firmen. Organisch hingegen sei die Ruag leicht geschrumpft.

Der Personalbestand blieb mit 9112 Vollzeitstellen stabil.

VBS wichtigster Einzelkunde

Den Gewinnrückgang erklärt die Ruag einerseits mit dem Aufbau eines neuen Produktionsstandortes in Ungarn. Und bei der Division Aviation wurde der Standort Bern-Belp geschlossen, was ebenfalls zu Kosten führte.

Die Ruag macht 41 Prozent ihres Umsatzes mit Rüstungsgütern. Das Schweizer Verteidigungsministerium VBS ist dabei der grösste Kunde. Er trägt noch 28 Prozent zum Konzernumsatz bei. Mit zivilen Anwendungen wurden 59 Prozent des Umsatzes generiert.

Für die Zukunft stellte Ruag weiteres Wachstum in Aussicht: Der Auftragseingang legte um 0,9 Prozent zu und der Auftragsbestand lag mit 1,02 Milliarden Franken um 1,2 Prozent über dem Vorjahreswert.

Für das Gesamtjahr 2018 rechnet das Ruag-Management mit einem leicht höheren Umsatz gegenüber dem Vorjahr. Das operative Ergebnis (EBIT) soll vor den genannten Sonderkosten auf Vorjahresniveau liegen.