Universität Bern liefert Datengrundlage im Kampf gegen Hitzestress

Die aktuelle Hitzewelle hat die Stadt Bern fest im Griff. Forschende der Universität Bern erkunden derzeit, wo es in der Stadt Bern und im Umland wie heiss ist. Ziel ist es, Daten in sehr hoher Auflösung zu gewinnen.

Wer es nachts gerne ein bisschen kühler hat, der muss ins Umland der Bundesstadt. Dort ist es bis zu vier Grad kühler, wie die Forschenden laut Mitteilung der Universität Bern vom Freitag ermittelt haben.

Die Wissenschaftler erkunden nicht nur die Temperaturunterschiede zwischen der Innenstadt und den umliegenden Gebieten, sondern auch Temperaturunterschiede zwischen Bebauungs- und Oberflächenstrukturen.

Die gewonnenen Daten können aktuellen oder künftigen Projekten zur Stadtentwicklung oder Bauvorhaben dienen. Aus den Daten lassen sich städtische Klimamodelle auf einer Mikroskala berechnen, die dazu beitragen können, den städtischen Hitzestress zu lindern. Solche Massnahmen können eine Begrünung sein oder die Erhaltung von Frischluftschneisen, reflektierende Baumaterialien oder anderes, wie Moritz Gubler vom geografischen Institut erklärt.

Im Rahmen von Gublers Dissertationsprojekts erstellte die Gruppe Klimatologie des Geographischen Instituts der Universität Bern in Zusammenarbeit mit der Firma Meteotest ein dichtes Netzwerk von 84 Messgeräten.

Hitzewellen stellen eine ernsthafte Bedrohung für die menschliche Gesundheit dar, namentlich für ältere Menschen, Säuglinge oder chronisch Kranke.

Dieses Gesundheitsrisiko wird in den Städten durch den sogenannten «städtischen Wärmeinseleffekt» zusätzlich verstärkt. Dieser sorgt vor allem nachts für höhere Temperaturen in der Stadt. Der Effekt hat verschiedene Ursachen, so etwa versiegelte, bebaute und betonierte Flächen, die bei Sonneneinstrahlung stärker aufheizen.