Eröffnungsplädoyers in US-Prozess von Krebspatient gegen Monsanto

Im US-Prozess eines Krebspatienten gegen den Pestizidhersteller Monsanto haben am Montag die Eröffnungsplädoyers begonnen. Der 46-jährige Kläger, der an Lymphdrüsenkrebs im Endstadium leidet, macht ein Unkrautvernichtungsmittel für seine Erkrankung verantwortlich.

Der Verteidiger des Klägers Dewayne Johnson, Brent Wisner, warf dem Konzern vor Gericht in San Francisco vor, seit Jahrzehnten gewusst zu haben, dass die in dem Unkrautvernichtungsmittel Roundup enthaltene Chemikalie Glyphosat Tumore bei Labortieren verursachen kann. Monsanto habe sich jedoch gegen eine Warnung der Verbraucher entschieden und den mutmasslichen Zusammenhang zwischen der Chemikalie und Krebs verschleiert.

Der 46-jährige Kläger Johnson, der an Lymphdrüsenkrebs im Endstadium leidet, macht Roundup für seine Erkrankung verantwortlich. Als Hausmeister mehrerer Schulen hatte er das Herbizid in grossen Mengen angewendet.

Monsanto bestreitet Vorwürfe

Nach Angaben seines Anwalts wurde er nicht vor den Gefahren von Roundup gewarnt. «Ihm wurde gesagt, man könne es trinken, dass es vollkommen ungiftig sei», sagte Wisner. Zwar habe sein Mandant bei der Anwendung Schutzkleidung getragen. Diese habe zwar Wasser, nicht aber Roundup abweisen können.

Monsanto, das seit kurzem zum Bayer-Konzern gehört, bestreitet eine krebsauslösende Wirkung seines Produkts. Der Prozess hatte bereits vor zwei Wochen begonnen, doch wurden bislang nur Formalitäten wie die Auswahl der Jury erledigt. Das Urteil wird noch in diesem Sommer erwartet. Sollte Monsanto verlieren, könnten hunderte weitere Klagen folgen.