Medien: «Lifeline» bittet Frankreich und Spanien um Hilfe

Die deutsche Hilfsorganisation Mission Lifeline, deren Schiff mit rund 230 Migranten an Bord auf dem Mittelmeer blockiert ist, hat Frankreich und Spanien um Hilfe gebeten. Das Schreiben an Spanien sei ohne Antwort geblieben.

Jetzt werde die Organisation auch Paris um die Aufnahme der Migranten bitten, sagte ein Sprecher von Lifeline laut italienischen Medien am Montag.

Die Organisation hofft, dass Spanien, das vergangene Woche bereits die Migranten an Bord des Rettungsschiffes «Aquarius» aufgenommen hatte, auch den Menschen an Bord der «Lifeline» helfen könnte. Die Situation an Bord sei problematisch, sagte Axel Steier, Sprecher von Lifeline, auch wegen Mangels an Lebensmitteln.

In der Nähe von Malta wartet die Besatzung der «Lifeline» auf ein Ja aus einem europäischen Land, anlegen zu dürfen. Im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AFP fügte Steier hinzu, dass die «Lifeline» vor einem entwickelten Land liege und Europa zusehe, wie die Leute auf dem Boot dahinvegetierten.

Die «Lifeline» hatte vor fünf Tagen in der Nähe der libyschen Küste mehr als 230 Bootsflüchtlinge aufgenommen. Seither wartet die Besatzung darauf, in einen EU-Hafen einlaufen zu können. Am Montag harrte das Schiff rund 55 Kilometer vor der Küste von Malta aus. Malta und Italien verweigerten dem Schiff das Anlaufen eines Hafens.

Italiens Innenminister Matteo Salvini hatte ankündigt, keine Schiffe von Hilfsorganisationen mit Migranten mehr in italienische Häfen zu lassen. Die Behörden werfen den Helfern auf See vor, die Menschen schon in den Küstengewässern Libyens aufzunehmen und damit den kriminellen Schleppern in die Hände zu spielen.