Schweiz und Bangladesch wollen Beziehungen vertiefen

Bundespräsident Alain Berset hat am Mittwoch seinen dreitägigen Besuch in Bangladesch abgeschlossen. Die nächste Station seiner Reise ist Südkorea, wo am Freitag die Eröffnung der Olympischen Winterspiele in Pyeonchang auf dem Programm steht.

Die Schweiz und Bangladesch wollen ihre Beziehungen vertiefen, wie das Eidgenössische Departement des Innern (EDI) am Mittwoch weiter mitteilte. Die Reise des Bundespräsidenten stand auch im Zeichen der Solidarität mit Bangladesch, das Hunderttausende Flüchtling der Rohingya-Volksgruppe aus dem benachbarten Myanmar aufgenommen hat.

Bei einem Besuch in einem Flüchtlingslager im Distrikt Cox«s Bazar würdigte Berset die Solidarität der bangladeschischen Bevölkerung mit den Flüchtlingen und die Arbeit der Behörden. Bangladesch beherbergt über 900»000 Flüchtlinge, davon sind rund 655’000 Angehörige der Rohingya, die in jüngster Zeit aus Myanmar geflüchtet sind.

Die Schweiz verstärkt ihr humanitäres Engagement in Bangladesch. Für 2018 kündigte Bundespräsident Berset zusätzliche Hilfsgelder von zwölf Millionen Franken an. Im letzten Jahr leistete die Schweiz in Bangladesch für acht Millionen Franken Hilfe.

Spitalbetten als Geschenk

In der Stadt Cox’s Bazar übergab Berset dem Distrikt-Spital 100 von der Schweiz finanzierte Betten sowie mehrere diagnostische Geräte. Bangladesch ist ein Schwerpunktland der Schweizer Entwicklungszusammenarbeit. Die Kooperationsstrategie 2018 – 2021 berücksichtigt das wachsende Wirtschaftspotential des Landes und setzt den Akzent auf fragen der Gouvernanz, Menschenrechte, Migration und Beschäftigung.

In den offiziellen Gesprächen mit Staatspräsident Abdul Hamid, Premierministerin Sheikh Hasina und Mitgliedern des Kabinetts am Montag betonten beide Seiten das Potential für engere bilaterale Beziehungen zwischen der Schweiz und Bangladesch.

Die gemeinsame Erklärung unterstreicht die Verpflichtung auf demokratische Werte und das Interesse an einem engeren Austausch. Das bilaterale Handelsvolumen mit der Schweiz hat sich seit 2010 mehr als verdoppelt, insbesondere dank hoher Einfuhren von Textilien.

Mit Blick auf den Klimawandel unterstrichen beide Seiten die Bedeutung, bis Ende 2018 klare regeln für die Anwendung des Klimaabkommens von Paris festzulegen. Zur Sprache kamen auch die Bekämpfung des gewalttätigen Extremismus, das Engagement im Rahmen der UNO und die UNO-Entwicklungsziele im Rahmen der Agenda 2030.