Sechs Prozent der Patienten in Spitälern erleiden eine Infektion

In der Schweiz erleiden 5,9 Prozent der Patienten in Spitälern während ihres Aufenthalts eine Infektion. Das zeigt eine Messung der Expertengruppe Swissnoso in 96 Schweizer Spitälern.

Damit liegt die Schweiz bei den Spitalinfektionen im europäischen Mittel, wie das Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Dienstag mitteilte. Die letzte europäische Erhebung von 2011/2012 ergab einen Wert von sechs Prozent.

In grossen Schweizer Spitälern sind mehr Patienten von einer Infektion betroffen als in kleineren und mittleren, wie die Studie weiter zeigt. Das liege daran, dass Hospitalisierte in grösseren Institutionen in der Regel kränker sind. Ausserdem würden grössere Spitäler risikoreichere Eingriffe vornehmen.

Vor allem Ältere betroffen

Am häufigsten erkranken die Patienten laut BAG an Wundinfektionen nach chirurgischen Eingriffen (29 Prozent aller Spitalinfektionen). Darauf folgen untere Atemwegsinfektionen (18 Prozent), Harnwegsinfektionen (15 Prozent) und Blutstrominfektionen (13 Prozent). Vor allem ältere Patienten der Intensivmedizin haben Infektionen erlitten.

Die Erhebung in der Schweiz entsprach zum ersten Mal internationalen Standards und erfolgte parallel zur Erhebung des European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC) in allen EU-Ländern. Für die Studie wurden jeweils an einem Tag zwischen April und Juni 2017 bei rund 13’000 Patienten Daten zu Spitalinfektionen erhoben.

Die Messung wurde vom BAG unterstützt und ist Teil der nationalen Strategie zur Überwachung, Verhütung und Bekämpfung von Spitalinfektionen (Strategie Noso). Ziel sei es, die Situation in den Spitälern unter anderem mit einer konsequenteren Anwendung der Hygienestandards zu verbessern.