Laut sozialen Medien erneut Proteste im Iran

Im Iran hat es laut Berichten in den sozialen Medien auch in der Nacht zum Mittwoch erneut Proteste gegeben. Auch von Gewalt und weiteren Festnahmen war die Rede.

Die Berichte und Videos lassen sich aber unabhängig nicht verifizieren. Die staatlichen Medien des Landes haben sie bis jetzt weder bestätigt noch kommentiert.

Die EU-Aussenbeauftragte Federica Mogherini rief angesichts der Protestwelle alle Seiten zum Gewaltverzicht auf. Sie beklagte am Dienstagabend eine «Zunahme der Gewalt» und einen «inakzeptablen Verlust von Menschenleben» in dem Land.

«Friedliche Demonstrationen und die Meinungsfreiheit sind Grundrechte, die in allen Ländern gelten müssen, und der Iran ist keine Ausnahme», erklärte Mogherini im Namen der EU.

Bei Protesten gegen wirtschaftliche Missstände und die iranische Führung sind in den vergangenen Tagen 21 Menschen getötet worden, unter ihnen 16 Demonstranten. Hunderte Menschen wurden festgenommen.

Oberster Führer beschuldigt Ausland

Der oberste iranische Führer, Ajatollah Ali Chamenei, hatte ausländische Kräfte am Dienstag beschuldigt, für die Eskalation der Proteste im Iran verantwortlich zu sein. «Die Feinde des Irans haben in den letzten Tagen den Unruhestiftern Geld und Waffen sowie politische Unterstützung zur Verfügung gestellt, um dem Iran zu schaden», sagte Chamenei in einer ersten Reaktion auf die Proteste.

Die USA erneuerten am Dienstag ihre Kritik an der Führung des Irans. Die internationale Gemeinschaft könne nicht still zusehen, wenn Demonstranten mit Gewalt begegnet werde, sagte die Sprecherin von US-Präsident Donald Trump, Sarah Sanders. Bei den Protesten handele es sich um einen «organischen Volksaufstand, organisiert von tapferen iranischen Bürgern». Sanders vermied eine klare Antwort auf die Nachfrage, ob das Weisse Haus einen Regimewechsel in Teheran anstrebe. Der Iran müsse aufhören, Terrorismus staatlich zu unterstützen.

Im Iran finden seit Tagen Demonstrationen gegen die Führung des Landes und den islamischen Klerus statt. Obwohl die iranischen Behörden behaupten, dass es zuletzt landesweit weniger regimekritische Proteste gegeben habe, berichteten soziale Netzwerke am Dienstagabend von erneuten Unruhen. In der Hauptstadt Teheran und anderen Städten gingen demnach wieder Menschen auf die Strassen um gegen das islamische System zu protestieren.