Gewerbeverband will die Arbeitszeiten flexibler regeln

Der Schweizerische Gewerbeverband (sgv) verlangt, die Regulierungen bei den Arbeits- und Ruhezeiten zu lockern und künftig Wochenarbeitszeiten von bis zu 50 Stunden ermöglichen. Auch die Pausenvorgaben und Höchstarbeitszeiten sollen flexibler werden.

Das heutige Arbeitsgesetz sei nicht mehr zeitgemäss, findet der Gewerbeverband. Das geltende Recht «atme den Geist der 1950er und 1960er Jahre», liess sich sgv-Präsident und SVP-Nationalrat Jean-François Rime (FR) in einem Communiqué vom Dienstag zitieren.

Zu starre Arbeitszeiten würden sich an einem überholten Fabrikbild orientieren. Laut sgv arbeiten heute drei Viertel der Erwerbstätigen im Dienstleistungssektor. Im Zuge der Digitalisierung seien die Angestellten nicht mehr an den Arbeitsplatz in der Firma gebunden, stellt der Verband fest.

Deshalb fordert der sgv eine Anhebung der Höchstarbeitszeit von 45 auf 50 Stunden pro Woche. Zudem müsse es auf das Gesamtjahr betrachtet möglich sein, dass bei unterschiedlicher Auslastung auch unterschiedliche Arbeitszeiten geleistet würden.

Des Weiteren seien Flexibilisierungen bei Pausen- und Ruhezeitregelungen angebracht. «Es ist nicht mehr zeitgemäss, wenn eine Pause in der Mitte der Arbeitszeit angesetzt werden muss», so sgv-Vorstandsmitglied Sylvia Flückiger-Bäni (SVP). Das sei für den Dienstleistungssektor und Mitarbeitende im Kundenkontakt zu starr.