Pfäffiker Industriekonzern Oerlikon weiter auf Kurs

Seit knapp zwei Jahren krempelt Oerlikon seinen Betrieb um. Das ehemals breit aufgestellte Konglomerat will sich auf die attraktiven Märkte fokussieren, vor allem auf das Oberflächengeschäft. Das zahlt sich aus.

Vor allem im dritten Quartal konnte der Industriekonzern deshalb nochmals kräftig zulegen, wie aus den am Dienstag veröffentlichten Quartalszahlen hervorgeht. Während die Bestellungen gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 29,2 Prozent zulegten, stieg der Umsatz um 31,5 Prozent auf 549 Millionen Franken. Der operative Gewinn (Ebitda) verbesserte sich derweil um 38,3 Prozent auf 112 Millionen Franken. Das Geschäft mit Oberflächenlösungen habe dabei erneut ein sehr gutes Ergebnis mit zweistelligem Umsatzwachstum und einer operativen Profitabilität von über 20 Prozent erzielt, schreibt Oerlikon. Besonders in China und Indien sowie in den Bereichen Werkzeug und Industrieproduktion liefen die Geschäfte gut. Aber auch die Sparte Filamentanlagen hätte eine beachtliche Umsatzsteigerung vorgewiesen. Der Geschäftsbereich profitierte ebenfalls vom chinesischen Markt, er konnte dort bedeutende Aufträge an Land ziehen. Im Bereich Antriebs- und Getriebesysteme hätte die Marktstellung nach den Massnahmen zur Repositionierung weiter gestärkt werden können. Dabei profitierte das Unternehmen auch von günstigen Marktbedingungen. Die meisten Endmärkte des Unternehmens – vor allem in den Sektoren Automobil, Werkzeuge, Industrieproduktion, Filamentanlagen, Transport, Landwirtschaft und Bau – seien dank einer besseren weltweiten Konjunkturlage gewachsen.

Massnahmen tragen Früchte

Unter dem Strich resultierte ein weiteres Quartal mit gutem Umsatz und guter Profitabilität, wie Firmenchef Roland Fischer in der Mitteilung zitiert wird. Vor allem im zweiten Quartal hat der Industriekonzern zugelegt. Fischer übernahm das Ruder im März 2016 im Rahmen der Neuausrichtung des Unternehmens. Das Unternehmen entschied sich im Herbst 2015 für eine strategische Neupositionierung. Es erhöhte seine Investitionen in das Oberflächengeschäft und baute das Angebot an Oberflächenlösungen durch Zukäufe von Technologieunternehmen weiter aus. Zusätzlich investierte Oerlikon in vier Service- und Beschichtungszentren. Dazu gehören etwa ein neues Zentrum im japanischen Nagoya, um einen Auftrag in der japanischen Automobilbranche zu bedienen. Nach einem Verlust von 418 Millionen Franken im Jahr 2015 erwirtschaftete Oerlikon im vergangenen Geschäftsjahr wieder einen Gewinn von 388 Millionen Franken.

Jahresprognose erneut erhöht

Das Unternehmen ist gut unterwegs. Der Umsatz legte in den ersten neun Monaten um 17,5 Prozent auf 2 Milliarden Franken zu. Der operative Gewinn vor Abschreibungen (EBITDA) belief sich auf 290 Millionen Franken – mehr als ein Viertel über Vorjahresniveau. Die positive Geschäftsentwicklung bestätige die Ausrichtung der Strategie, heisst es weiter. Man wolle das Produkt-und Serviceangebot im Oberflächengeschäft weiter ausbauen, während gleichzeitig die Marktposition und das Wachstumspotential in den anderen beiden Segmenten gestärkt würden. Wegen des guten Geschäftsverlaufs im dritten Quartal hat Oerlikon seine Wachstumsprognose für das Gesamtjahr zum zweiten Mal erhöht. Neu rechnet der Industriekonzern mit einem Bestellungseingang in der Höhe von 2,8 Milliarden und einen Umsatz von rund 2,75 Milliarden Franken. Dabei geht Oerlikon weiterhin von einer positiven Dynamik in der Weltwirtschaft und auf den Endmärkten aus. (sda)