«Kesb kommt ganz am Schluss, wenn niemand mehr da ist»

Riesiges Interesse: Gegen 1000 Personen besuchten den Herbstanlass des HEV March und Höfe zum Thema Vorsorgeauftrag.

Das Interesse am Herbstanlass des Hauseigentümerverbands March und Höfe war enorm. Über 1000 Personen hatten sich zum Anlass mit Informationen über den Vorsorgeauftrag angemeldet. Platz im Oktoberfestzelt des «Seedamm Plaza» fanden am Montagabend nur rund 900 Personen. Zum ersten Mal in der Geschichte der HEV-Herbstanlässe mussten also Absagen erteilt werden.

Ziel des Abends war es, die Teilnehmer umfassend über die Ausgestaltung eines guten Vorsorgeauftrags zu informieren. So, dass das Selbstbestimmungsrecht möglichst nicht angetastet werden muss und es unter den Nachkommen nicht zu Streitereien kommt. Mario Häfliger, Vorsteher der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Ausserschwyz (Kesb), betonte mehrfach, dass die Kesb «erst ganz am Schluss, wenn niemand mehr da ist, der für jemanden sorgt», aktiv wird. Und zwar von Gesetzes wegen. Aber auch wenn es zu Massnahmen komme, sei die Behörde verpflichtet, das Selbstbestimmungsrecht so weit wie möglich zu berücksichtigen.

Kesb prüft Gültigkeit
Laut Christoph Pfister, HEV-Vorstandsmitglied und Anwalt, ist der Vorsorgeauftrag zwingend handschriftlich zu erstellen und mit Datum und Unterschrift zu versehen. Alternativ kann er zwar auch digital erstellt werden, muss dann aber von einem Notar öffentlich beurkundet werden. Der Beizug eines Notars oder einer Fachperson empfiehlt sich insbesondere bei komplexen Verhältnissen. Ein Vorsorgeauftrag sollte möglichst massgeschneidert auf eine Person und deren Verhältnisse abgestimmt sein. Damit er bei Urteilsunfähigkeit auch gefunden wird, empfiehlt es sich, beim Zivilstandsamt anzugeben, dass ein Vorsorgeauftrag existiert und wo sich dieser befindet.

Zu berücksichtigen ist auch, dass der Vorsorgeauftrag erst wirksam wird, wenn er von der Kesb als gültig in Kraft gesetzt wurde. So wird etwa abgeklärt, ob überhaupt eine Urteilsunfähigkeit vorliegt und ob der Inhalt zulässig ist. Auch muss der Beauftragte klar bezeichnet sein, und dessen Aufgabengebiete sollten genau umrissen sein. In allen Bereichen, die nicht explizit geregelt sind, kommt sonst die Kesb ins Spiel. Die HEV-Juristen empfehlen deshalb, bei der Formulierung von einem umfassenden Aufgabengebiet auszugehen und allenfalls Ausnahmen zu bezeichnen. So erübrigen sich Interpretationen bezüglich des tatsächlichen Willens des Verfassers eines Vorsorgeauftrags.

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