Rettungskräfte: 38 Verletzte am Rande der Katalonien-Abstimmung

In Katalonien sind nach Angaben der Rettungskräfte bei Polizeieinsätzen am Rande der Unabhängigkeitsabstimmung mindestens 38 Menschen verletzt worden. Dabei handle es sich überwiegend um kleinere Verletzungen, erklärten die Rettungskräfte am Sonntag.

Die spanische Polizei ging nach Beginn eines von der Zentralregierung für illegal erklärten Unabhängigkeitsreferendums gewaltsam gegen Demonstranten vor, die Beamte am Betreten von Wahllokalen hindern und den Abtransport beschlagnahmter Wahlurnen verhindern wollten.

Einem Bericht der Zeitung «El Periodico» zufolge setzte die Polizei an einer Kreuzung in Barcelona Gummigeschosse ein. Davon hätten mehrere Menschen berichtet, hiess es.

Der Chef der Regionalregierung Carles Puigdemont sagte, der Einsatz von Schlagstöcken und Gummigeschossen durch die Polizei sei eine «nicht zu rechtfertigende Gewalt». Dies erzeuge ein schreckliches Bild von Spanien.

Die Sicherheitskräfte hatten sich gewaltsam Zugang zu dem Wahllokal verschafft, in dem Puigdemont eigentlich seine Stimme abgeben wollte. Dabei schlugen sie Scheiben ein, um die Tür öffnen zu können. Puigdemont gab seine Stimme unterdessen an einem anderen Ort ab.

Eisern an Abstimmung festgehalten

Puigdemont war im Januar 2016 zum Chef der Generalitat (Regionalregierung) gewählt worden. Im Juni 2017 hatte er bekanntgegeben, dass er am 1. Oktober ein Referendum über die Abspaltung der Region abhalten wolle. Seither hatte er gegen den Widerstand aus Madrid eisern an dem Plan festgehalten.

Die spanische Zentralregierung sieht die Volksabstimmung in der nach Unabhängigkeit strebenden Region als illegal an. In der Hauptstadt Barcelona und den Gemeinden Kataloniens strömten die Menschen trotzdem in die Wahllokale, um ihre Stimme abzugeben.

Mehr als 5,3 Millionen Menschen sind aufgerufen, bis 20:00 Uhr in einem der 2315 Wahllokale ihre Stimme abzugeben. Seit Wochen hatte die Zentralregierung in Madrid versucht, die Befragung mit allen Mitteln zu verhindern.

Die Befürworter des Referendums rechnen trotzdem mit der Beteiligung Zehntausender. Erste Schätzungen zur Wahlbeteiligung will die Regionalregierung am Vormittag vorlegen.