Schweiz trotz Exporten auf dem Weg zum Quecksilber-Sekretariat

In Genf ist die Konferenz zur Quecksilber-Konvention auf Ministerebene fortgesetzt worden. Bis am Freitag entscheidet sich, ob das Sekretariat der Minamata-Konvention in Genf angesiedelt wird. Die UNO sieht in den Schweizer Quecksilber-Exporten kein Hindernis dazu.

Im Vorfeld der Eröffnung des Ministerteils durch Bundespräsidentin Doris Leuthard hiess es von Seiten der UNO, ein Minamata-Sekretariat in Genf «wäre perfekt». Die Schweiz solle aber auch Lösungen für eine Garantie finden, dass ihre Quecksilber-Ausfuhren nicht in Goldminen eingesetzt werden, sagte Erik Solheim, Chef des UNO-Umweltprogramms (UNEP) in Genf.

Die Schweiz führte 2016 rund 30 Tonnen Quecksilber aus, in den Vorjahren waren es noch jährlich etwa 110 Tonnen. Der Export des Schwermetalls erfolgt über ein Unternehmen, das nur an Kunden liefert, die sich an die Konvention halten. Die nun an der Vertragsstaatenkonferenz zu verabschiedenden Richtlinien könnten weitere Auflagen für die Ausfuhr mit sich bringen.

Goldhandel kontrollieren

Die Nationalratsmitglieder Lisa Mazzone (Grüne/GE) und Cédric Wermuth (SP/AG) reichten am Donnerstag Interpellationen ein, die vom Goldhandel eine Respektierung der Minamata-Konvention und der Menschenrechte einfordern. Rund die Hälfte des weltweiten Goldhandels wird über die Schweiz abgewickelt.

Beim Goldabbau mit Quecksilber drohen schwere und gefährliche Boden- und Wasserverschmutzungen. Auch sind die Schürfer grossen Gesundheitsrisiken ausgesetzt. Quecksilber wird aber auch etwa für Zahnprothesen, Lampen und in der Forschung verwendet.

UNEP-Chef Solheim wies darauf hin, dass es heute noch Bereich gebe, wo Quecksilber nützlich sei, ohne Gefahr für Gesundheit und Umwelt. Die Alternativen zu Quecksilber seien dort viel gefährlicher.

Export stoppen

Nichtregierungsorganisationen hatten diese Woche die Schweiz aufgefordert, den Export des Schwermetalls einzustellen, wenn sie denn den Sekretariatsposten wolle. Die Schweiz ist einzige Kandidatin für den Sitz der Konvention, die nach der japanischen Stadt Minamata benannt ist.

Dort hatte sich in den 1950er Jahren eine verheerende Quecksilbervergiftung ereignet, an der rund 3000 Personen gestorben sind. Tausende weitere trugen schwere Gesundheitsschäden davon.