Dimitri Oberlin entzückt ganz Basel

Dimitri Oberlin führt den FC Basel am 2. Champions-League-Spieltag im mitreissenden Stil zu einer 5:0-Gala gegen Benfica Lissabon. An vier Treffern ist das 20-jährige Stürmer-Juwel beteiligt.

Seinen 20. Geburtstag zelebrierte Dimitri Oberlin auf eine Weise, die er wohl nie mehr vergessen wird: mit zwei Treffern und zwei Assists beim Startdebüt in der Champions League. Der frühere FCZ-Junior prägte das Basler Schaulaufen gegen den entzauberten portugiesischen Rekordmeister in beeindruckender Manier. Sprints über 90 Meter, Tricks, perfekte Pässe, Dribblings – Oberlin demaskierte den populärsten Klub aus dem Land des Europameisters im Alleingang, der seit seiner Premiere im besten europäischen Klubwettbewerb vor 23 Jahren nie höher verloren hatte.

«Das nehme ich mit für meine Zukunft», meldete der Matchwinner nach seinem grandiosen Auftritt im St.-Jakob-Park. Er wird hoffen, dass das (vorerst) leihweise Engagement beim Schweizer Branchenprimus für ihn bessere Perspektiven bereithält als die Salzburger Fussball-Filiale des Red-Bull-Imperiums, das nach wie vor die Transferrechte an Oberlin hält, aber bislang nicht auf den Angreifer setzte. Hinter ihm liegen Zwischenlösungen wie Liefering und Altach, bevor Marco Streller unmittelbar vor dem Saisonstart «eines der grössten Talente Europas» zur Nummer 1 der Super League lotste.

Nicht nur die über 34’000 Zuschauer überhäuften den Jungstar nach seinem unerhörten Effort gegen Benfica mit Ovationen, auch aus dem Kreis der Mitspieler waren nette Komplimente zu vernehmen. Michael Lang, der nach 116 Sekunden von der Schwerarbeit Oberlins profitiert hatte und in der Analyse generell nicht zum Überschwang neigt, attestierte dem U21-Internationalen «eine unglaubliche Partie. Wie er den Gegner mit seiner Schnelligkeit vor Probleme stellte, war sensationell.»

Nach einigen Startschwierigkeiten hat sich Oberlin mit dem 1:0 gegen den FCZ und dank überzeugender Trainingsleistungen für eine Hauptrolle aufgedrängt. «Er ist ein Juwel, das allerdings noch geschliffen werden muss», sagt Trainer Raphael Wicky über den 20-Jährigen, der nicht einfach zu führen ist, aber die Grundlagen für eine sehr gute Karriere mitbringt. Taktisch sei noch einiges zu verbessern, so Wicky: «Aber er hat einen unheimlichen Zug aufs Tor.»

Auf die medialen Spielereien, ob Oberlin für den Schweizer Nationalcoach in der WM-Ausscheidungs-Finalissima in Portugal nun nicht sofort zum Thema werden müsste, liess sich der frühere TV-Experte selbstredend nicht ein. «Vladimir Petkovic braucht keine Tipps von mir.»