Gericht verkündet Urteil gegen Paketbombenbauer

Das Bundesstrafgericht verkündet heute Dienstag das Urteil gegen den Mann, der 2002 eine Paketbombe baute und der Redaktion der Zeitung «Bota sot» schickte. Der Staatsanwalt des Bundes beantragt eine Freiheitsstrafe von elf Jahren, der Verteidiger einen Freispruch.

Dem schweizerisch-mazedonischen Doppelbürger wird versuchter mehrfacher Mord und Widerhandlung gegen das Waffengesetz vorgeworfen. Wie er während der Verhandlung im August selbst bestätigte, hatte er im September 2002 mit einer Splitterhandgranate russischer Herkunft eine als Weinsendung getarnte Paketbombe gebaut.

Der 41-Jährige führte aus, die Bombe sei nicht funktionsfähig gewesen. Er habe der Zürcher Redaktion der kosovo-albanischen Zeitung «Bota sot» lediglich einen Denkzettel verpassen wollen.

Motiv: Emotionale Betroffenheit

Die Untersuchung der Paketbombe zeigte jedoch, dass sie voll funktionstüchtig war. Nur weil das Paket seitlich geöffnet wurde und nicht durch Anheben des Deckels, wurde der Zündmechanismus nicht betätigt.

Als Motiv für seine Tat gab der Angeklagte an, dass die «Bota sot» während des Kosovo-Kriegs Fluchtwege von Zivilpersonen bekanntgegeben habe. Das habe zu Massakern geführt. Nachdem er Bilder davon am Fernsehen gesehen habe, sei sein Entschluss gefallen, die Bombe zu bauen. Am 26. September 2002 schickte er sie in Zürich-Oerlikon ab.

DNA führte zum Angeklagten

Erst durch einen Zufallsfund kamen die Strafverfolgungsbehörden fast 15 Jahre nach der Tat auf die Spur des 41-Jährigen. Er war im Dezember 2016 an einer Schlägerei beteiligt gewesen. Als Folge wurde bei ihm eine DNA-Probe genommen. Diese stimmte mit der DNA überein, die auf der Paketbombe gefunden worden war.

Am 31. Januar nahm die Polizei den Mann an seinem Arbeitsort fest. Seit dem 26. Mai befindet er sich im vorzeitigen Strafvollzug. Stets gab er an, dass er alleine gehandelt habe und es keine Mittäter gebe.

Geschenkte Granate

Die für den Bau der Paketbombe verwendete Granate hatte der Angeklagte 2001 als Geschenk für seinen mehrmonatigen Einsatz bei der Befreiungsarmee des Kosovo UCK erhalten. Er brachte sie mit seinem Auto in Chiasso TI über die Grenze. Zu Hause stellte er sie in seiner Wohnung in einer Vitrine aus.

Bei der Hausdurchsuchung nach der Festnahme des Mannes fand die Polizei eine Waffe und Munition. Diese will er beim Umbau seines Hauses gefunden haben.