Die beiden Beschuldigten sollen frei gesprochen werden

Hier, auf der Alp Bärlaui startete am 3. August 2013 die verhängnisvolle Fahrt mit der Transportseilbahn.

Die Verteidiger forderten am gestrigen, zweiten Prozesstag zum «Bärlaui»-Seilbahnunglück für ihre Mandanten Freisprüche. Sie gaben zu bedenken, dass die Opfer in Eigenverantwortung gehandelt hätten.

Es ist einer der schwierigsten Fälle, die vom Bezirksgericht March in seiner jüngeren Geschichte zu beurteilen ist. In dieser Tragödie gibt es nur Opfer: das junge Ehepaar, das beim Seilbahnunglück vom 3. August 2013 in Innerthal ums Leben kam, das Töchterchen, das nun als Vollwaise in Ägypten lebt, aber auch der heute 69-jährige, damalige Angestellte und schliesslich auch der 39-jährige Alp- und Seilbahnbesitzer. Nachdem am Dienstag von der Staatsanwaltschaft March und den Zivilklägern für den ehemaligen Angestellten und den Alpbesitzer eine Verurteilung wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung gefordert wurde, waren gestern die Verteidiger an der Reihe.

Sie forderten für die beiden einen Freispruch. Es wurde betont, dass die Folgen des Verhaltens für den Angestellten, der die junge Familie in die Transportkiste einsteigen liess, nicht abzuschätzen war, beziehungsweise nicht bedacht wurde. Dem Alpbesitzer könne ebenfalls keine mangelnde Sorgfaltspflicht vorgeworfen werden, zumal er seinen Angestellten mit den für Materialtransporte nötigen Informationen versorgt habe. Zudem habe er ja auch betont, dass Personentransporte untersagt seien. Allerdings hatte er selbst als «Ausnahme» einen solchen Transport durchgeführt. «Es ist eine Verkettung unglücklicher Umstände», so einer der beiden Verteidiger. Zudem habe der Angestellte nur helfen wollen, denn dem damals 16-monatigen Mädchen sei es seiner Beurteilung nach schlecht gegangen. Der Vater hatte gesagt, dass sein Kind zu viel Sonne abbekommen habe, und andere Wanderer wollen gesehen haben, dass die Kleine zuerst geweint und danach apathisch im Tragrucksack gelegen habe.

Es müsse auch das Verhalten der Opfer beurteilt werden. «Sie stiegen freiwillig in die Transportkiste.» Auch gab sich einer der Verteidiger überzeugt, dass das Ehepaar das an der Kiste angebrachte Warnschild gesehen haben muss. Zudem habe man der Kiste von weitem angesehen, dass sie nicht für Personentransporte zugelassen ist. (fan)