Eklat bei Wahlsendung: AfD-Kandidatin Weidel verlässt Studio

In Deutschland hat die AfD-Spitzenkandidatin Alice Weidel hat am Dienstagabend die ZDF-Wahlsendung «Wie geht’s, Deutschland» im Streit vorzeitig verlassen. Sie hätte sich von umstrittenen Parteikollegen distanzieren sollen.

Konkreter Auslöser war die Forderung von CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer an die AfD-Spitzenkandidatin, sich vom Co-Spitzenkandidaten Alexander Gauland und dem Thüringer AfD-Landesvorsitzenden und Rechtsausleger Björn Höcke zu distanzieren.

Gauland habe Höcke als Seele der AfD bezeichnet, sagt der CDU-Mann Scheuer. «Für mich ist er einfach ein Rechtsradikaler.»

Weidel verliess daraufhin wortlos ihren Platz am Stehpult der Gesprächsrunde mit insgesamt sieben Politikern. Unter Beifall und Johlen des Publikums verliess sie das Studio. «Gehen Sie jetzt?», fragte ZDF-Moderatorin Marietta Slomka und erntete ein Nicken.

Anschliessend attackierten die AfD-Politiker Weidel und Gauland die Moderatorin. Sie habe sich «als parteiisch und vollkommen unprofessionell geoutet», hiess es in einer am Abend verbreiteten Pressemitteilung. «Sie hat sich mit der frechen Intoleranz und der plumpen Argumentation von SPD und Grünen gemein gemacht. Das ist eines öffentlich-rechtlichen Senders nicht würdig.»