Risiken von zu schnellem Fahren werden als zu gering eingeschätzt

Nur eine Minderheit der Schweizer Autofahrenden hält sich immer an die Geschwindigkeitslimiten. Dies ergab eine Umfrage der Beratungsstelle für Unfallverhütung (bfu). Die Risiken des zu schnellen Fahrens würden fälschlicherweise oft als zu gering eingeschätzt.

In einer am Donnerstag veröffentlichten Umfrage gaben 41 Prozent der befragten Autofahrerinnen und Autofahrer an, auf der Autobahn oft oder gelegentlich zu schnell zu fahren. Nur 19 Prozent halten sich immer ans gesetzliche Limit. Ausserorts gaben 30 Prozent der Befragten zu, die Geschwindigkeitslimiten oft oder gelegentlich zu überschreiten. Nur 21 Prozent fahren immer korrekt.

Und innerorts überschreiten noch 11 Prozent gelegentlich die Tempolimiten, 37 Prozent fahren nach eigenen Angaben immer korrekt. Gleichzeitig erwarten 60 Prozent der Befragten, irgendwann in eine Geschwindigkeitskontrolle zu geraten.

Gemäss Roland Allenbach, Leiter Forschung der bfu, werden «Geschwindigkeitsübertretungen oft als Kavaliersdelikte angesehen, die keine Gefahr für die Bevölkerung darstellen». Doch zu schnelles Fahren sei einer der Hauptgründe für schwere Verkehrsunfälle: Gemäss der bfu entspricht eine Frontalkollision bei einer Geschwindigkeit von 80 km/h einem Sturz aus dem 9. Stock eines Gebäudes und bei 30 km/h noch einem Sturz aus dem 1. Stock oder aus 3,5 Meter Höhe.

Beim Alkoholkonsum schätzen die Autofahrer die Risiken besser ein: 65 Prozent der Befragten gaben an, sich nach zwei oder mehr Gläser Alkohol nie hinters Steuer zu setzen. Dies obwohl eine Mehrheit von 65 Prozent nicht oder kaum damit rechnet, wegen Alkohol kontrolliert zu werden. 7 Prozent der Befragten fährt gelegentlich und 26 Prozent selten mit zu viel Alkohol intus.

Bei der Befragung konnten aber auch nur gerade 66 Prozent der Autofahrer die geltende Promille-Grenze korrekt nennen. 16 Prozent schätzten sie tiefer ein, 9 Prozent höher und 9 Prozent wussten keine Antwort.

Das bfu führte zwei separate Befragungen durch, einmal online bei 867 Autofahrern und einmal telefonisch bei 1292 Autofahrern. Die Resultate wurden in der bfu-Jahresstatistik STATUS publiziert.