Kenias Oppositionsführer ruft für Montag zu Streik auf

Nach der Präsidentenwahl in Kenia will sich Oppositionsführer Raila Odinga nicht geschlagen geben. Odinga rief seine Anhänger für Montag nachdrücklich zum Streik auf, um der Opfer der jüngsten politischen Unruhen zu gedenken.

«Wir sind noch nicht fertig, wir geben nicht auf», sagte er am Sonntag in einer Rede vor tausenden Anhängern in Kibera, einem Armenviertel der Hauptstadt Nairobi. Am Dienstag wolle er dann erklären, wie er im Streit um das Wahlergebnis weiter vorzugehen gedenke.

Die Rede war der erste öffentliche Auftritt des 72-Jährigen, seit die Wahlkommission am Freitag den Amtsinhaber Uhuru Kenyatta zum Sieger der Präsidentschaftswahl ausgerufen hatte. Odinga und seine Anhänger vermuten Wahlmanipulationen, sie fühlen sich um den Sieg betrogen.

Bereits seit der Wahl am Dienstag waren viele Menschen in Nairobi nicht zur Arbeit gegangen. Viele Läden blieben geschlossen. Die Regierung rief die Menschen auf, am Montag wieder ihren Arbeitsplatz aufzusuchen. Bei Protesten von Odingas Anhängern nach der Wahl sind mindestens 16 Menschen getötet worden. Viele von ihnen wurden von der Polizei erschossen.