Nestlé verfehlt Erwartungen und bestätigt Jahresziel

Nestlé ist langsam ins Jahr gestartet: Mit einem organischen Wachstum von 2,3 Prozent verfehlt der weltgrösste Nahrungsmittelkonzern seine eigenen Erwartungen und diejenigen der Analysten.

«Das organische Wachstum im ersten Halbjahr entsprach nicht vollkommen unseren Erwartungen», liess sich der neue Konzernchef Mark Schneider in der Mitteilung vom Donnerstag zitieren. So liege zwar das Volumenwachstum am oberen Ende der Branche, Preisanpassungen seien aber eher schwach geblieben.

Auch Analysten hatten mehr erwartet. Sie gingen von einem organischen Wachstum von 2,7 Prozent aus. Mit Zu- und Verkäufen sowie Wechselkurseffekten sank der ausgewiesene Umsatz gar um 0,3 Prozent auf 43 Milliarden Franken. Analysten rechneten mit einem Gesamtumsatz von 43,7 Milliarden Franken.

Den Gewinn konnte Nestlé um 19 Prozent auf 4,9 Milliarden Franken steigern. Dies liege aber vor allem an einer Anpassung der latenten Steuern im Vorjahr, heisst es im Communiqué.

Geschäft in Europa stockt

Das Geschäft in der Zone EMENA (Europa, Naher Osten und Nordafrika) entwickelte sich im zweiten Quartal schlechter als von Nestlé erwartet (+1 Prozent). Selektive Preisanpassungen in Westeuropa und unvorteilhaftes Wetter im Juni hätten das interne Realwachstum negativ beeinflusst.

Als Wachstumsmotor stellte sich einmal mehr die Zone Asien, Ozeanien und Subsahara-Afrika (AOA) heraus. Das Unternehmen wuchs dort um 4,8 Prozent. Auch Nord- und Südamerika entsprachen den Erwartungen (+ 1,3 Prozent). Die Kategorie Produkte für Heimtiere habe sich in den USA wieder erholt, nachdem sie langsam ins Jahr gestartet ist.

Nestlé bestätigt den Ausblick auf das Gesamtjahr 2017. Demnach will der Konzern ein organisches Wachstum zwischen 2 und 4 Prozent erreichen. Wobei dieses wahrscheinlich in der unteren Hälfte der Bandbreite zu liegen kommen wird, wie es erstmals heisst.

Wie bereits im Februar angekündigt, ist eine erhebliche Erhöhung der Restrukturierungskosten dieses Jahr geplant, um die künftige Profitabilität zu steigern. Daher geht der Konzern von einer lediglich stabilen operativen Ergebnismarge bei konstanten Wechselkursen aus. Den nachhaltigen Gewinn pro Aktie bei konstanten Wechselkursen und die Kapitaleffizienz will Nestlé aber steigern.