Kinder sparen Taschengeld auch ohne Druck der Eltern

Die grosse Mehrheit der Kinder geben gemäss einer CS-Studie ihr Taschengeld nicht einfach für momentane Konsumwünsche aus, sondern legt zumindest einen Teil davon zur Seite, auch wenn «kein elterlicher Sparzwang» bestehe.

Die typischen Taschengeldbeträge seien eher klein, heisst es in der Studie, die auf Antworten von über 14’000 erwachsenen Personen beruht. Ein 10-jähriges Kind erhält im Durchschnitt 14 Franken im Monat, ein 12-jähriges 23 Franken. Die Kinder dürfen in der Regel frei darüber verfügen.

Die meisten Kinder erhalten zwischen sechs und zehn Jahren zum ersten Mal Taschengeld. Während ein Grossteil der Kinder Geld ohne klares Sparziel auf die Seite legt, stehen für andere insbesondere elektronische Geräte und Fortbewegungsmittel im Vordergrund.

Für die Mütter und Väter ist es wichtig, den Kindern einen guten Umgang mit Geld zu vermitteln. Weniger wichtig ist ihnen gemäss der am Mittwoch in Zürich präsentierten Studie die Förderung von Erfolgsorientierung, Bescheidenheit oder Kreativität.

Die grosse Mehrheit der Eltern erachtet die Finanzerziehung als wichtig und als etwas, das sie selber leisten müssen und nicht an die Schule delegieren können.

Bankkarte erst für 16-Jährige

Aus Sicht der meisten Eltern können Kinder mit sieben Jahren kleine Einkäufe selber erledigen und mit zehn selbständig über Geldgeschenke verfügen. Auch wenn die Eltern ihren Kindern schon früh Kompetenzen im Umgang mit eigenem Geld zutrauen, gehört der Umgang mit bargeldlosem Zahlungsverkehr offenbar noch nicht dazu, heisst es in der Studie. Das Halten einer eigenen Bankkarte trauen Eltern ihren Kindern im Durchschnitt erst mit 16 Jahren zu.

Taschengeld ist in den meisten schweizerischen Haushalten zwar ein Übungsfeld für das Erlernen des Umgangs mit eigenem Geld, jedoch nicht für das Prinzip der Entlohnung. Knapp zwei Drittel der Kinder erhalten Taschengeld, ohne etwas dafür leisten zu müssen.

Allein wegen der geringen Höhe der Beträge tauge das Taschengeld offenbar nicht sehr gut als Sanktionsinstrument. Die Begrenzung des Zugangs zu digitalen Kommunikationsgeräten entfalte als Strafe eine viel stärkere Hebelwirkung.

Der Taschengeld-Studie liegen die Ergebnisse einer repräsentativen Online-Panel-Befragung zugrunde, die von der Firma amPuls im Auftrag der Credit Suisse zwischen dem 3. und 14. März 2017 realisiert wurde. Eine zweite Datenquelle bildete eine repräsentativ gewichtete offene Online-Umfrage, die von der Firma sotomo zwischen 12. und 23. April auf Online-Newsseiten erhoben wurde.