Dritter Streiktag für Fährschiffer am Lago Maggiore

Die 34 per Ende Jahr entlassenen Schweizer Angestellten der Fährschifffahrtsgesellschaft NLM am Lago Maggiore haben am Dienstag den dritten Tag in Folge die Arbeit niedergelegt. Alle Fährverbindungen im Schweizer Becken des Sees fallen damit aus.

Die freigestellten Mitarbeiter hatten zuvor zusammen mit der Gewerkschaft des Verkehrspersonals SEV durch Protestflyer versucht, auf ihre Situation aufmerksam zu machen.

Von den Mitte Juni angekündigten Entlassungen sind 14 Festangestellte sowie zwanzig Saisonkräfte betroffen. Sie streiken seit Sonntag. Von der Arbeitsniederlegung betroffen sind beispielsweise auch die Brissago-Inseln, welche nicht mehr erreichbar sind. Die Tessiner Tageszeitung «La Regione» berichtete in ihrer Ausgabe vom Dienstag, dass sich die täglichen Verluste für die Betreiber dort auf 3000 bis 5000 Franken beliefen.

Der Grund für die Stellenkürzungen liegt auf italienischer Seite: Ende Dezember 2016 hatten die Schweiz und Italien die Konzessionen für die beiden Schifffahrtsunternehmen auf dem Lago Maggiore und Lago di Lugano für die nächsten zehn Jahre erneuert. In diesem Zusammenhang wurde zwar garantiert, dass beim bisherigen Fahrplanangebot und Personal keine Änderungen vorgenommen werden – allerdings nur bis Ende Dezember 2017.

Streik könnte weitergehen

Laut Angaben der NLM (Lago Maggiore) soll zusammen mit der SNL (Lago di Lugano) ein Konsortium gegründet werden, welches ab der kommenden Frühjahrssaison den Betrieb organisieren soll. Das Bundesamt für Verkehr (BAV) hatte auf Nachfrage mitgeteilt, dass sich für die entlassenen Angestellten so eine neue «Perspektive» bieten könnte.

Am Montagabend hatten die Angestellten des Fahrgastschiffbetreibers und Gewerkschaften ein Treffen mit der Tessiner Kantonsregierung organisiert. Über den Ausgang dieses Gesprächs mit dem Regierungspräsidenten Manuele Bertoli (SP) und Staatsrat Claudio Zali (Lega) werde man am Dienstagnachmittag an einer Medienkonferenz in Locarno informieren, wie die SEV auf Anfrage mitteilte. Gleichzeitig solle auch über die mögliche Fortführung des Arbeitskampfes entschieden werden.