Jede zweite Trinkwasserversorgung mangelhaft

Über die Hälfte der Trinkwasserversorgungen in den Urkantonen war mangelhaft. Bild Bilderbox

Das Laboratorium der Urkantone mahnt die Betreiber privater, kleiner Wasseraufbereitungen zu mehr Vorsicht. Die Aufsichtsbehörde hat im vergangenen Jahr hundert Trinkwasserversorgungen unter die Lupe genommen. Über die Hälfte davon war mangelhaft.

Es seien zwar meist nur geringfügige Mängel festgestellt worden, schreibt das Laboratorium der Urkantone Uri, Schwyz, Ob- und Nidwalden in seinem am Donnerstag veröffentlichten Jahresbericht. Im Berggebiet aber habe in drei Betrieben das Wasser während zwei bis drei Wochen abgekocht werden müssen, da es zu stark mit Fäkalien verschmutzt war.

Diese Wasserversorgungen müssten der Aufbereitung mehr Beachtung schenken, mahnen die Kontrolleure. Ein Krankheitsausbruch hätte ihrer Meinung nach für ein Tourismusgebiet fatale Folgen.

Die häufigsten festgestellten Mängel betrafen einen ungenügenden Unterhalt und Zustand der Bauten sowie eine lückenhafte Dokumentation oder eine ungenügende Selbstkontrolle. In 53 Betrieben wurden insgesamt 81 Mängel beanstandet. 47 Wasserversorgungen waren aus Sicht der Inspekteure in Ordnung.

Erstmals Schlachtorte kontrolliert

Den Lebensmittelbetrieben in den Urkantonen stellte der Kantonschemiker erneut ein gutes Zeugnis aus. Bei insgesamt 1’502 Inspektionen wurden nur in 21 Fällen grössere Mängel festgestellt. 293 Mal waren die vorrätigen Lebensmittel zu beanstanden. Prozesse und Tätigkeiten waren in 192 Fällen nicht konform. In 114 Betrieben entsprach die angetroffene baulich-betriebliche Situation nicht den geltenden Bestimmungen.

Aus Restaurants, Bäckereien, Kiosken und anderen Läden wurden insgesamt 973 Proben an genussfertigen Lebensmitteln erhoben. 204 Proben oder 20 Prozent entsprachen nicht den hygienischen Anforderungen. Oft waren Spätzli, Polenta, Teigwaren und Reis gefolgt von vorgekochtem Gemüse betroffen.

In den Urkantonen erstmals kontrolliert wurde im vergangenen Jahr Metzger beim Schlachten. Bei insgesamt vier der kontrollierten zwölf Betriebe seien schwerwiegende Mängel festgestellt worden, heisst es in der Mitteilung. Die Mängel betrafen die Personalhygiene und die Verschmutzung des Fleisches durch mögliche Krankheitserreger. Bei Nachkontrollen seien diese Mängel aber nicht mehr aufgefunden worden. (sda)