Der HSV im Abstiegskampf, Juventus vor dem Titelgewinn

In der 1. Bundesliga steht in der 31. Runde der Abstiegskampf im Fokus. Der Hamburger SV braucht gegen Mainz einen Sieg. In Italien könnte Juventus Turin den sechsten Titel in Folge perfekt machen.

16. Platz – und doch in aller Munde. Der Hamburger SV taumelt in diesem Frühjahr mal wieder von einem Debakel in die nächste Enttäuschung und produziert so Schlagzeile um Schlagzeile. Der jüngste (Auf-)Schrei des gefallenen Bundesliga-Dino war am Dienstag der Ausschluss von drei Spielern aus dem Kader, darunter der Schweizer Johan Djourou.

Beim HSV lassen sie mal wieder nichts unversucht, um zu retten, was in dieser Saison noch zu retten ist. Und das ist immerhin der Platz in der 1. Bundesliga. Im Moment sind die Hamburger auf dem Barrage-Platz klassiert. Die Tendenz der letzten Wochen mit drei Niederlagen und 2:8 Toren: zumindest nicht steigend.

Doch da ist auch der Spielplan, der dem HSV womöglich hilft. Er kann sich nämlich aus eigener Kraft aus dem Schlamassel ziehen. Am Samstag spielt er zuhause gegen Mainz, in der letzten Runde gegen Wolfsburg. Zwei Konkurrenten im Abstiegskampf kann der HSV also noch bei sich empfangen. Dazwischen steht das Auswärtsspiel bei Schalke auf dem Programm.

«Es steht Spitz auf Kopf. Wir müssen in den letzten drei Spielen alles abrufen», sagte der HSV-Vorstandschef Heribert Bruchhagen, der erst seit der Winterpause in diesem Amt ist. In den letzten Jahren war es für den Hamburger SV fast immer eng. Vor drei Jahren setzte er sich in der Barrage gegen Greuther Fürth durch, vor zwei Jahren gegen den Karlsruher SC. Damals sogar erst in der Verlängerung.

Vielleicht auch deshalb sagte Bruchhagen: «Wir sind vom Klassenerhalt überzeugt.» Vor einer Woche, vor dem 0:4-Debakel in Augsburg, hatte Trainer Markus Gisdol sogar gemeint: «Der HSV ist Meister der Relegation.»

Mit einem Sieg gegen Mainz, das vom Walliser Martin Schmidt trainiert wird, könnte der HSV den 16. Platz bereits am Sonntag verlassen. Theoretisch ist ein Sprung in den 13. Rang möglich. Vier Teams – neben dem HSV und Mainz auch Augsburg (bei Borussia Mönchengladbach) und Wolfsburg (bei Eintracht Frankfurt) – sind lediglich durch zwei Punkte getrennt. Und selbst Bayer Leverkusen (beim Tabellen-Vorletzten Ingolstadt) als Zwölfter ist bloss drei Zähler vor dem HSV klassiert.

Juventus vor einem weiteren Titel

Während in Deutschland der Meister (Bayern München) seit einer Woche feststeht, könnte am Wochenende in Italien der Champion (und Titelverteidiger) ebenfalls gekürt werden. Juventus Turin braucht am Samstag im Heimspiel gegen den Stadtrivalen Torino einen Sieg und muss dann am Sonntag auf einen Punktverlust der AS Roma bei der AC Milan hoffen.

So oder so ist der sechste Titel in Folge für Juventus nur noch eine Formsache. Das Team von Trainer Massimiliano Allegri braucht aus den verbleibenden vier Spielen im schlechtesten Fall noch fünf Punkte.

Das Derby gegen Torino beendet eine äusserst emotionale Fussball-Woche für die Stadt Turin. Am Mittwoch machte Juventus mit dem 2:0 im Halbfinal-Hinspiel in Monaco einen grossen Schritt in Richtung Champions-League-Final vom 3. Juni in Cardiff. Tags darauf standen bei Torino die Fahnen auf Halbmast. Der Klub beging am Donnerstag den 68. Jahrestag der Tragödie von Superga.

Am 4. Mai 1949 stürzte das Flugzeug mit der Mannschaft des «Grande Torino», zuvor fünf Mal in Folge italienischer Meister, auf dem Rückflug von einem Freundschaftsspiel in Barcelona ab. 18 Spieler, fünf Funktionäre, drei Sportjournalisten sowie die ganze Besatzung kamen dabei ums Leben. Zwei Tage vor dem Derby besuchte die Mannschaft von Torino um Torschützenleader Andrea Belotti zusammen mit tausenden von Tifosi die Absturzstelle ausserhalb Turins.

Vorteil Monaco, Chelsea und Real Madrid

In Frankreich, England und Spanien sind im Meisterrennen längst Tendenzen zu erkennen. An diesem Wochenende können jedoch noch keine Entscheidungen fallen. Die jeweiligen Leader Monaco (in Nancy), Chelsea (gegen Middlesbrough) und Real Madrid (in Granada) haben gegen Abstiegskandidaten beziehungsweise bereits relegierte Widersacher (Granada) Pflichtübungen zu erfüllen.

Daran wird sich für alle drei bis zum Saisonende kaum noch etwas ändern. Ausser für Real Madrid, das noch gegen den viertklassierten FC Sevilla antreten muss, gibt es in den Ligen von Frankreich, England und Spanien für die Leader bis zum Saisonende am Wochenende vom 20./21. Mai keine Spitzenspiele mehr zu bestreiten.